Schiller tanzt in der Arena mit Fontänen

Frankfurt - Als in der Commerzbank Arena die ersten Töne der elektronischen Musik von Schiller zu hören sind, ist es noch nicht ganz finster. Von Thomas Ungeheuer 

Etwas Dämmerlicht fällt in das Stadion, wo das 1998 von Christopher von Deylen gegründete Musikprojekt in einem neuartigen Showkonzept zu erleben ist. Freilich soll die Mischung aus Ambient, Global-Pop und New Age im Vordergrund stehen. Doch diesmal präsentieren Schiller ihre sphärischen Klänge nicht wie üblich untermalt von einer aufwendigen und in sich stimmigen Lichtinszenierung, sondern in Zusammenarbeit mit „Europas größtem Wasserspektakel“. Wie in Aufführungen von „Aquanario“ Wasserfontänen in Schwindel erregende Höhen schießen, sich ineinander verschränken, wie zwischendurch „Leinwände“ aus Wasser entstehen, die farbenfroh beleuchtet werden, während wiederkehrend Feuerwerk zum Einsatz kommt, das war an den Tagen zuvor bereits in der Commerzbank Arena zu erleben.

Beim Auftritt von Schiller ist das ein wenig anders, denn der Blick auf die Fontänen und die etwa 400 Quadratmeter große „Leinwand“ aus Wassertropfen wird von drei Bühnen, gigantischen Lautsprechertürmen samt Stahlkonstruktionen, an denen diese befestigt sind, eingeschränkt. So recht verzaubern lassen mag man sich somit nicht von dem, was sich vor aller Augen abspielt.

Wenn Schiller auch einen reizvollen Querschnitt ihres Repertoires darbieten, so scheinen sich die unterschiedlichen Stimmungen ihrer Stücke nur zeitweise im Tanz der farbenreich beleuchteten Wasserfontänen widerzuspiegeln. Auch blickt man während der Show immer wieder durch die sprudelnden Fontänen hindurch auf leere Sitzplätze der gegenüberliegenden Stadionhälfte. Ein allzu nüchterner Hintergrund mindert die Wirkung des poetischen Spiels der Farben und Formen. Lediglich in Momenten, in denen Laserlicht massiv eingesetzt wird, erscheint die Inszenierung, bei der auch Fotos und Filme auf den flüssigen Projektionsflächen zu sehen sind, wirklich gelungen. Dann wird das Ganze zum Überwältigungserlebnis von hypnotischer Kraft. Und es stört auch nicht, dass es an Pointen und einer zielgerichteten Dramaturgie fehlt.

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