Vom Schlammfeld in die Oper

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Mit „Low Voltage“ wollen Frontman Alec „Boss Burns“ Völkel (links) und Gitarrist Stefan „Russ T. Rocket“ Bühler und ihre Bandkollegen die Alte Oper zum Kochen bringen.

Die Stetson-Cowboyhüte, Sonnenbrillen und weißen Feinrippunterhemden sind ihre Markenzeichen, und das Talent, einfach jeden Song in eine Countrynummer verwandeln zu können machte sie bekannt – Spätestens seit ihrer Cover-Version des Langnese-Hits „Like Ice In The Sunshine“ 2005 sind The BOSSHOSS aus dem deutschen Musikgeschäft nicht mehr wegzudenken.

Doch seitdem hat sich bei den sieben Berlinern einiges getan. Bereits das zweite Album der Band, das 2006 auf den Markt kam, enthielt zur Hälfte eigene Kompositionen. Seit einer Woche steht ihre neuste Scheibe, das Unplugged-Album „Low Voltage“, in den Regalen.

Am Mittwoch, 28. April, sind The BOSSHOSS zu Gast in der Alten Oper in Frankfurt. Unser Redaktionsmitglied Thomas Holzamer sprach mit Frontman und Sänger Alec Völkel aka Boss Burns und Gitarrist Stefan Bühler aka Russ T. Rocket über das neue Projekt, hessische Spezialitäten und die „BOSSHOSS-Tauglichkeit“ der Alten Oper.

Ihr habt in den vergangenen fünf Jahren so ziemlich überall gespielt, angefangen von kleinen Clubs bis hin zum Open-Air-Festival in Wacken. Erinnert ihr euch noch an euren ersten Gig?

Boss Burns: Klar, das war damals im Bassy Cowboy Club in Berlin, vor circa 80 Leuten. Unser erstes Open-Air war später im Schwimmbad-Club in Heidelberg. Da haben wir vor 15 Leuten gespielt – inklusive des Personals.

Wie kommt eine Partyband, die letztes Jahr noch das Schlammfeld von Wacken gerockt hat, auf die Idee in der Alten Oper Frankfurt zu spielen?

Boss Burns: Wir hatten schon seit längerem die Idee, mal unplugged zu spielen. Wir sind zwar abgesehen von der E-Gitarre schon recht akustisch besetzt, für „Low Voltage“ haben wir aber alle Stücke noch einmal komplett umarrangiert und sind jetzt mit dem Babelsberger Filmorchester unterwegs.

Und vertragen sich Oper und Feinrippunterhemden miteinander?

Russ T. Gun: Dafür haben wir uns extra gediegenere Westernhemden besorgt. Allerdings mussten deren Ärmel schnell dran glauben.

Wie nehmen eure Fans das auf? Schließlich gibt es in der Alten Oper das Bier nur in der Pause und auf dem Gang.

Boss Burns: Sicher, die Fans kommen natürlich auch wegen der Party, aber das funktioniert eigentlich ganz gut. Am Anfang ist es zwar noch ruhiger, aber am Ende stehen doch alle und tanzen.

Russ T., du stammst ursprünglich aus Hessen. Freust du dich auf den Auftritt in der alten Heimat?

Russ T. Rocket: Sicher, meine Eltern wohnen ja hier. Und wenn wir in der Gegend spielen, kommt meine Mutter immer mit einer Ladung Handkäs und Äppler für uns vorbei.

Am 28. April, sind The BOSSHOSS ab 20 Uhr zu Gast in der Frankfurter Festhalle. Karten sind noch im Vorverkauf zu bekommen.

Hier gibt es Infos zur Band.

Seht ihr euch dann auch ein wenig in Frankfurt um, wenn ihr hier seid?

Boss Burns: Für Sightseeing haben wir meist keine Zeit. In der Regel geht es direkt nach dem Gig in unserem Nightliner-Tourbus weiter zum nächsten Ort.

Ihr seit also auf der Tour ständig zusammen, gibt es da nicht so etwas wie einen Lagerkoller?

Boss Burns: Im Tourbus sind wir sogar mit 18 Leuten unterwegs. Aber das klappt eigentlich ganz gut, wir sind ja auch sonst viel mit der Band zusammen.

Russ T. Rocket: Wir ergänzen uns da echt gut. Das funktioniert auch bei unserer Musik so.

Inwiefern?

Russ T. Rocket: Wir kommen eigentlich alle sieben aus verschiedenen Musikrichtungen. Zum Beispiel Ernesto Escobar mit seinen Percussions kommt eher aus dem Lateinamerikanischen, ich eher vom Rock. Der Mix aus verschiedenen Einflüssen macht unsere Musik so speziell.

Dann seht ihr euch nicht als klassische Country Band?

Boss Burns: Country? - Nein, sondern BOSSHOSS. Wir wollen uns da gar nicht festlegen, sondern unsere Freiheit behalten.

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