Schmackhafte Appetithappen

Offenbach - Der zweiten Offenbacher Capitol Panorama Lounge gelang zweifellos ein Rekord. Nicht im thematischen Einfallsreichtum, auch wenn er so verblüfft wie die Entdeckungen in der Musikliteratur. Von Eva Schumann

Doch diesmal gab es vier Premieren nebst einem Aufgebot von sechs modernen Tonschöpfern, die das Thema „DelicatEssen“ in Musik setzten. Auch das Publikum hatte per Facebook „mitgekocht“.

Als Kronzeuge diente Rossini, In seinen pianistischen „Alterssünden“ fanden sich „Quatre Hors d´Oeuvres“, Marco Jovic hat sie farbig orchestriert. In dieser „Sinfonia culinaria“ gewann der freche Radieschen-Galopp, der behäbige Walzer der Anchovis und das dramatische Tremolo der Cornichons noch an vergnüglicher Bildkraft. Frank Heckel wünschte „Dem Wirte Kraft“ mit gehörigen Blech-Pathos, wie es Richard Wagner gefallen hätte. Den höllisch schwierigen Klavierpart von Saint-Saens „Wedding Cake“ spielte Iris Rieg mit atemberaubender Virtuosität und dem Klang der Dortmunder Sauer-Orgel. Mit der „California Wine Suite“ hatte Organist Frank-Uwe Hielscher acht kalifornischen Rebsäften Reverenz erwiesen. Der Seligenstädter Nicolas Ruegenberg schuf eine Fassung für Orgel und Orchester, vom peppig rhythmisierten Cabernet Sauvignon bis zum festlichen Chardonnay. Sektkorken hatten geknallt in der Champagner-Polka von Johann Strauss junior. Dessen „Wein, Weib und Gesang“. Steven Lloyd-Gonzalez mit unbritischem Temperament dirigierte.

Kulinarischer Höhepunkt war die „DelicatEssen Suite“ des Quartetts Heckel, Patrik Bishay, Ludger Vollmer und Rolf Rudin. Bei Bishays flambierten Gambas à l´Armagnac, Vollmers orientalischen Düften, Rudins Soufflé und Heckels Crème brulée lief dem Publikum das Wasser im Mund zusammen. Meisterkoch Thorsten Gallus bereitete während der Zugaben das Gambas-Gericht zu, und außer Ziegler durften drei mutige Zuhörer davon kosten.

Rubriklistenbild: © Gabriele Schönemann/pixelio.de

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