Frankfurt

Schmankerl aus Oper und Zarzuela

„Belcanto“, Schöngesang, zieht an: In der Reihe gleichen Namens war die Alte Oper Frankfurt beim Konzert des Münchner Rundfunkorchesters vollbesetzt; allein mit der Ankündigung der hier zu Lande nicht besonders bekannten, gut aussehenden Sopranistin Nicole Cabell.

Die in den USA schon mal mit einer Rockband tourt, aber vor allem eine solide Klassik-Ausbildung durchlaufen hat und dem begeisterten Publikum ihre Kunst demonstrierte.

Das Programm mit dem solide begleitenden, opernerprobten Orchester unter dem elegant dirigierenden Franzosen Laurent Campellone war ein Wunschkonzert im besten Sinne: Im ersten Teil erklangen fast ausschließlich Nummern aus italienischen Mozartopern („Don Giovanni“ und „Le nozze di Figaro“), die Campbell Gelegenheit gaben, ihr Talent vorzuführen. Bevor sie sich nach der Pause, nach einer Probe aus Rossinis „Barbiere di Siviglia“, dem südländischen Repertoire widmete. Jules Massenet und seine Opéra comique „Manon“ standen für die romantische musikalische Gattung, während die beiden vorletzten Stücke des regulären Programms einer genuin spanischen musiktheatralischen Form entstammten, der Zarzuela, die vor mehr als 100 Jahren eine bis heute nachwirkende Renaissance erlebte. Die aufgeführten Komponisten Jerónimo Giménez y Bellido und Federico Moreno Torroba repräsentieren indes schon das 20. Jahrhundert, während das Finale dem Franzosen des 19. Jahrhunderts, Léo Delibes, mit „Les filles des Cadix“ gehörte. Das hochzufriedene Publikum erklatschte Zugaben, zuletzt das von der Künstlerin ihrem Präsidenten Barack Obama gewidmete „Summertime“ aus „Porgy and Bess“.

Cabell ist, soweit die servierten Schmankerl dies erkennen ließen, eine Sängerin mit mimischen Bühnentalent, das Lust macht, sie im Opernbetrieb zu erleben. Ihre Stimme ist in den Koloraturen weitgehend sicher, ihre Ausdrucksfähigkeit deckt wesentliche Genres im Opernfach ab. Wiederhören macht Freude!

Eberhard Mittwich)

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