Frauenliebling Sasha in der Alten Oper

Schmusepopper lässt es rocken

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In der Alten Oper begeistert Sasha sein Publikum. 

Vielleicht ist dies das Erstaunlichste an dem Mann aus Soest: Er lässt sich nicht in musikalische Schubladen stecken. Ob als „Sunnyboy“- Popsänger oder im Karohemd plus Pomade im Haar als gnadenloser Rockabilly Dick Brav e – seit 1997 begeistert Sa sha eine große Fangemeinde, die ihm durch alle Höhen und Tiefen treu geblieben ist. Von Peter Schulte-Holtey

Auch beim Konzertstopp in der Alten Oper Frankfurt war er zu spüren, der unbedingte Wille des ehemaligen Straßensängers. Sasha will es allen nochmal zeigen – und hat ja schon einiges vorzuweisen: 17 Chartsingles wie „If You Believe“, „Lucky Day“ oder „Coming Home“, mit Gold und Platin ausgezeichnete Hit alben sowie eine Vielzahl von Preisen weisen ihn als einen der erfolgreichsten deutschen Pop-Interpreten aus.

Fans im Rhein-Main-Gebiet wissen: Auf der Bühne ist Sasha in seinem Element, als vielseitiger Sänger und Unterhalter. Seine Flirts samt lauwarmem Augenzwinkern kommen beim meist weiblichen Publikum an. Die Bestuhlung führt zwar dazu, dass es nur in den ersten Reihen begeisterte Fans von den Sitzen reißt. Doch der 37-Jährige nimmt es gelassen, macht sich sogar indirekt lustig über die „Opern-Atmosphäre“.

Optimismus, Freude und Unterhaltung, das sind seine Themen. Er wartet mit guten Nachrichten in schwierigen Zeiten auf. „Good News On A Bad Day“ heißt das sechste Studioalbum, das Schmusesongs („Ain’t My Mind“, „Why Did You Call“, „Read My Mind“) enthält, aber auch schmissigen Motown-Soul („Please Please Please“) oder zärtlichen Folk („Everybody’s Fool“) anbietet. Im Frankfurter Konzert war es „fühlbar“, das Album ist recht melancholisch ausgefallen. Nach der Trennung von seiner langjährigen Partnerin, der Musikerin Martha Jandová, sei ihm eher nach introvertierten Songs zumute gewesen, hat Sasha unlängst im Interview eingeräumt.

Trotzdem, die Mischung stimmt. In der Alten Oper beweist Sasha, dass er ein sympathischer, unprätentiösen Schmusepopper ist, der es gern mal richtig rocken lässt. Es menschelt – das werden auch diejenigen anerkennen müssen, die ihm ein farbloses Softpop-Image unterstellen.

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