Die schnellste Band von Mexiko

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Trotz internationaler Superstars wie Shakira ist die lateinamerikanische Musikszene außerhalb der hispanischen Welt eine unbekannte Größe

Frankfurt - Trotz internationaler Superstars wie Shakira ist die lateinamerikanische Musikszene außerhalb der hispanischen Welt eine unbekannte Größe. Dabei bietet sie fulminante Musiker und Bands zuhauf, die auch ein europäisches Publikum verdient hätten. Von Christian Riethmüller

Die mexikanische Formation Panteón Rococó ist seit fast 15 Jahren im Geschäft und deshalb gewiss kein Geheimtipp mehr, doch den entscheidenden Durchbruch hat sie in Deutschland noch nicht geschafft. Zumindest reichten Lobeshymnen und Mundpropaganda von mitreißenden Live-Qualitäten für eine gut gefüllte Batschkapp in Frankfurt.

Im legendären Club in Eschersheim legten die elf Musiker denn auch gleich los, als wollten sie ihren guten Ruf von der ersten Sekunde an bestätigen - keine Atempause, keine Gefangenen, nur Vollgas. Nicht nur die schnellste Maus (Speedy Gonzalez), sondern auch die schnellste Band der Welt soll aus Mexiko kommen. Die wilde Mischung aus Ska, Reggae, Punk, Salsa, Cumbia, Merengue und Rock verwandelte den Saal flugs in eine ausgelassen tanzende Menschenmenge, während Temperatur und Luftfeuchtigkeit bald Vergleichen mit der Karibik standgehalten hätten. Über die gut hundert Minuten dauernde Fiesta mexicana, die von der Band mit bewundernswerter Energie vorangetrieben wurde, hätte man fast vergessen können, dass Panteón Rococó eigentlich keine Party-Löwen sind, sondern mit ihren Texten eine ausgesprochen politische, der Zapatisten-Bewegung nahe stehende Haltung einnehmen. Die Musik ließ allerdings die „Triste Realidad“ vergessen.

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