So schön kann Lachen sein

Frankfurt - Kleine Mädchen zwischen zwei und sechs lieben sie und können sich nichts Schöneres vorstellen, als in die rosa Elfenwelt von Prinzessin Lillifee und ihren Freunden einzutauchen. Jenseits des sechsten Lebensjahres lässt die Faszination für Lillifee gewöhnlich nach. Von Maren Cornils

Zu kindlich sind die Abenteuer der von Monika Finsterbusch erfundenen kleinen Fee, die in den vergangenen Jahren unzählige Kinderzimmer erobert hat und nahezu jeden Merchandise-Gegenstand vom Radiergummi bis zum Schulranzen ziert. Umso erstaunlicher ist es, dass es rechtzeitig zum Vorstellungsbeginn von „Prinzessin Lillifee und die verwunschene Insel“ in der Jahrhunderthalle Frankfurt auch von älteren Mädchen und sogar Jungen wimmelt.

Lillifee und ihre Freunde, das Mäusepärchen Cindy und Clara, Hase Henry und Schwein Pupsi geraten mit ihrem Ballon in Turbulenzen und stürzen über einer Südseeinsel ab. Dort trifft die Truppe auf Papagei Pedro und eine uralte Schildkröte, die ihnen erklären, warum ihr Versuch, die Insel mit Hilfe eines selbst gebastelten Floßes zu verlassen, zum Scheitern verurteilt ist: Die Insel ist von einem Troll verzaubert worden und niemand, der nicht seine drei Rätsel zu lösen vermag, darf ihr je den Rücken kehren.

Kein Problem für Optimistin Lillifee, die sich sofort mit ihren Freunden aufmacht, den Troll zu finden, um den Fluch aufzuheben. Dumm nur, dass sie bei der unsanften Landung ihren Zauberstab verloren hat und nun ihrer Zauberkräfte beraubt ist. Es beginnt eine spannende Suche, in deren Verlauf die fünf Freunde allerlei seltsamen, aber durchaus liebenswerten Geschöpfen begegnen, darunter etwa die rothaarige Fee Bella und die verwirrte Hexe Alba. Natürlich machen sie auch die Bekanntschaft des Trolls, der alles daran setzt, sie an der Lösung des Rätsels zu hindern, dabei aber zumindest eines lernt: wie schön Lachen sein kann.

Das nach einem Spielbuch von Mathias Schönsee und Markus Löhr gestaltete Musical ist ein Augenschmaus für die ganze Familie, vorausgesetzt, man mag es bunt. Vor einer Technicolor-Leinwand, die das zum Teil reduzierte Bühnenbild perfekt ergänzt und den kleinen und großen Zuschauern immer neue Landschaften vorgaukelt, beginnen die Freunde ihre Reise, immer wieder wird gesungen, was es das Zeug hält. Da darf Lillifee in „Hallo, hallo, hört mich irgendwer?“ nach Verbündeten suchen, Bella der ihres Zauberstabes beraubten Lilliefee mit wilden Zaubereien beistehen, Alba in ihrem Zaubersong jubeln, „Wo Hexen walten, ist Ordnung ein Verbot“ oder Troll Ragna einen unbändigen Freudentanz à la Rumpelstilzchen aufführen.

Die eingängigen Lieder dazu stammen aus der Feder von Markus Löhr, Dirk Busshart und Mathias Schönsee und machen, wie es sich für ein echtes Musical gehört, einen Großteil des Programms aus. Wenn die Verbündeten gemeinsam mit den Kindern im Publikum „Komm lass uns tanzen, ich liebe das“ anstimmen, überall im dunklen Saal die massenhaft verkauften Leuchtzauberstäbe blinken und Kinderaugen glänzen, zählt das zu den schönsten Momenten eines kurzweiligen, für ganz kleine Besucher mit 120 Minuten Aufführungsdauer aber doch recht langen Theater-Nachmittags. Poppig buntes Spektakel und ein „Muss“ für Lillifee-Fans.

Rubriklistenbild: © dpa

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