Schöpfung mit Jazz-Anklängen

„Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“ – wie die von Forum Kultur, Dekanat, Förderkreis Präludium und Sponsoren ermöglichte Offenbacher Woche der Kirchenmusik, vom 13. bis 29. November unter dieses Motto gestellt. Von Klaus Ackermann

Dabei wird das musikalische Vorgestern, personifiziert von Komponisten wie Purcell, Händel, Haydn und Mendelssohn, mit aktuellem Ton konfrontiert. Elf Veranstaltungen wollen gemäß Leitmotiv Entwicklungen musikalischer Gattungen vom Barock bis heute aufzeigen, wie Tobias Koriath, künstlerischer Leiter, berichtet.

Das beginnt mit dem Eröffnungsgottesdienst am 13. November (19.30 Uhr) in der Evangelischen Lutherkirche, bei dem Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ in Meditationen und Musik in den Mittelpunkt gerückt wird. Das Familienkonzert am 14. November um 15.30 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche hat „Königliche Musik“ zum Thema, auch auf die legendäre Entstehung von Händels „Wassermusik“ hinweisend. Dafür hat Susanne Nagel ein Kreativteam mit Dr. Ralph Ziegler, dem Theaterclub Elmar, dem Posaunenchor Offenbach und Mitgliedern der Neuen Philharmonie Frankfurt zusammengetrommelt.

Sinfonisches von Johann Christian Bach bis Arvo Pärt bietet das von Werner Fürst geleitete Kammerorchester Neu-Isenburg mit dem Klaviersolisten Berthold Mann-Vetter am 14. November um 20 Uhr in St. Paul. „Der Ruf des Kardinals“ ist ein Musical von Fabian Vogt, das in St. Peter am 15. November um 17 Uhr kritisch die Geschichte der Christenheit beleuchtet und mit einem Kriminalfall beginnt. Zu den Komponisten gehören Thomas Gabriel und Peter Krausch, dessen Junger Chor St. Josef die Gesangsformation mitbefeuert.

Zum 200. Geburtstag von Mendelssohn werden die von Professor Jürgen Blume geleiteten Rhein-Main-Vokalisten mit den Jungen Sinfonikern Hessen und Gesangssolisten der Mainzer Musikhochschule am 18. November um 20 Uhr in der Johanneskirche Choralkantaten gestalten. Dazu wird aus Briefen der Familie Mendelssohn zitiert. Mozart und Schubert sind Trumpf beim Konzert der Rumpenheimer Kantorei und dem Ensemble Amaryllis am 22. November (19 Uhr) in der Schlosskirche, das Johanna Krell leitet. Beim Nachtkonzert in der Stadtkirche (20. November, 21 Uhr) sind Improvisationen für Tanz, Klavier und Orgel (Tobias Koriath) zu erleben. „Händel und kein Ende“ seufzt Olaf Joksch am 27. November (19 Uhr) in St. Paul, der originellen Orgelbearbeitungen in der Romantik entdeckte, während der Offenbacher Posaunenchor am 28. November (12 Uhr) in der Stadtkirche seine Visitenkarte vorzeigt – von Händel bis Michael Jackson.

Ein Höhepunkt ist Haydns „Schöpfung“, von der Offenbacher Kantorei, dem Heidelberger Kantatenorchester und Solisten unter Leitung von Tobias Koriath am 29. November (18 Uhr) in der Markuskirche aufgeführt. Schon wegen des mit Jazz-Elementen und Haydn-Zitaten spielenden dritten Teils: Der Dortmunder Reinhard Fehling hat den bei Haydn paradiesischen Zustand von Adam und Eva abrupt beendet. Hierzu liefert die Volkshochschule am 24. November um 19.30 Uhr einen Einführungsvortrag von Professor Jürgen Blume.

Kommentare