Schokolade und Hormone für das Glück

Tagelang wurde sie herbeigesehnt, dann schien die Sonne. Doch nicht jeder freute sich über das schöne Wetter. Michael Hohmann, Gastgeber in der Frankfurter Romanfabrik, und seine Gäste, Unterhalter Jo van Nelsen sowie Pianist Thorsten Larbig, gehörten zu den Leidtragenden des Sommerintermezzos. Von Maren Cornils

Ihr Programm „Wunschlos glücklich“ spielten sie vor stark gelichteten Reihen, ließen sich den Spaß aber nicht nehmen. So wenig wie das Publikum, dem das bestens eingespielte Duo einen Chansonabend der Extraklasse bot.

Was macht glücklich, was bedeutet Glück? Darum geht es bei Larbig und van Nelsen, die sich mehr als zwei Stunden lang entspannt durch alle Facetten des Glücklichseins singen und philosophieren und sogar der Frage nachgehen, warum manch einen eine Tüte Marshmellows glücklich macht, während ein anderer nicht einmal den Lottogewinn zu schätzen weiß. Ist dies hormongesteuert? Muss man reich sein, um glücklich zu sein, oder reicht ein Stück Schokolade? Fragen, die sich viele stellen.

Von den Brüdern Grimm übers 20-Jahre-Abi-Jubiläum bis zum Frust im Chatroom reicht der Spaziergang. Dass reichlich gesungen wird, versteht sich beim Musiker-Duo von selbst. So erzählt van Nelsen mit „Bei der Großmutter liegt der Wolf im Bett“ eine Rotkäppchen-Version, die wenig kindertauglich, dafür aber umso amüsanter ist. Ein Schicksal, das auch Schneewittchen widerfährt, der van Nelsen und Larbig skrupellos eine Affäre mit den sieben Zwergen andichten.

Alte Songs, neue Songs, Chansons, Swing, Liebes- oder Spottlieder auf Schwächen der Menschen: Larbig und van Nelsen präsentieren sich vielseitig und ironisch, für den Raum fast zu stimmgewaltig. Dem Vergnügen tut das keinen Abbruch – ein Programm, dessen gute Laune ansteckt!

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