Schottin rockt druckvoll und authentisch

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Die 23-jährige Amy Macdonald ist aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken.

Na also, es geht doch: Allen Lady Gagas dieser Welt zum Trotz kann eine junge Frau auch allein mit einer guten Stimme, einer akustischen Gitarre und guten Songs ein Publikum begeistern. Amy Macdonald beweist das in der nahezu ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle eindrucksvoll. Von Markus Schaible

Als sie vor gerade mal zwei Jahren mit „This Is The Life“ quasi aus dem Nichts die Hitparaden stürmte, mag manch Kritiker noch an ein One-Hit-Wonder gedacht haben; heute, die zweite erfolgreiche CD im Rücken, ist die 23-Jährige aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken.

Selbstbewusst, aber nicht überheblich, so steht sie auf der Bühne: Die Schottin weiß, wem sie diese Blitzkarriere zu verdanken hat, und das lässt sie ihre Fans auch wissen. Sie plaudert viel, erzählt mit hartem Akzent Anekdoten vom Tourleben, aber vor allem rockt sie. Mit fünf schwarz gekleideten, jungen Herren neben und hinter sich entzündet sie ein krachendes, druckvolles Feuerwerk.

Konzert auf gleichbleibend hohem Niveau

Die Lieder sind viel rauer als auf CD, was live richtig gut passt. Etwas weniger Folk, etwas mehr Rock, das Publikum ist begeistert. Dazwischen mal eine Ballade, zum Abkühlen bleibt kaum Zeit. Auch wenn Amy Macdonald erst zwei Platten veröffentlicht hat und so gut wie alle ihrer Stücke dargeboten werden, „Füllmaterial“ ist keines dabei: Es ist ein Konzert auf gleichbleibend hohem Niveau.

Das Publikum dankt es und geht begeistert mit. Amy erklärt die Frankfurter mal kurzerhand zu den besten „Mitklatschern“ Deutschlands und betont, dass sie die Messlatte für ihre Tour bereits am zweiten Abend ganz nach oben gelegt haben. Mag sein, dass sie so etwas jeden Abend erzählt, aber es wirkt nicht so stereotyp und einstudiert wie bei anderen Stars. Die Sängerin mit der tiefen, dunklen Stimme ist authentisch. Zugegeben, auch ihre Show bietet viel Licht und Videoprojektionen. Aber sie braucht keinen Popzirkus à la Pink. Die Musik steht klar im Vordergrund. Und wenn sie als Zugabe ohne Band Bruce Springsteens „Born To Run“ singt, sorgt das nicht nur für Gänsehaut – Amy Macdonald lässt fast vergessen, dass das Stück nicht von ihr ist.

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