Schwarze Rebellen, großer Rock

Zehn Jahre ist es nun her, dass drei in Leder gekleidete junge Männer nichts weniger als die Glaubensfrage stellten. „Whatever Happened To My Rock‘n‘Roll?“ hieß die in dem so furiosen wie atemlosen Lied des Black Rebel Motorcyle Club aufgeworfene Frage.  Von Christian Riethmüller

Und ebenso atemlos hätten die Fans nach dem 100. Anhören des Lieds japsen mögen: „Es geht ihm gut, dem Rock‘n‘Roll, weil ihr ihn retten werdet!“Zehn Jahre später ist der Black Rebel Motorcycle Club, wie sich die drei Jungs in Anlehnung an die Biker-Gang im Marlon-Brando-Film „The Wild One“ nennen, zwar nicht die ganz große Nummer im Rockgeschäft.

Doch kann sich das Trio zugute halten, nicht unwesentlich zur Retro-Rock-Welle beigetragen zu haben, die das vergangene Jahrzehnt musikalisch geprägt hat. Und während andere Pioniere dieses Trends, wie die Strokes oder die Libertines, auf unbestimmte Zeit pausieren oder sogar Geschichte sind, lebt der B.R.M.C. munter weiter.

Kein reiner Noise-Rock

So munter sogar, dass er gleich für zwei Abend die Batschkapp in Frankfurt füllte. Mit dem neuen Album „Beat The Devil‘s Tattoo“ ist das Trio vom reinen Noise-Rock des Vorgängers abgekehrt und hat sich wieder in jene von Blues und Gospel durchdrungenen Gefilde begeben, die sie vor einigen Jahren auf „Howl“ erkundeten. Diese stilistische Elastizität, die allen Spielarten und Härtegraden des Rock Raum zu gewähren scheint, sorgte beim mehr als zweistündigen Auftritt am Montagabend für die nötige Abwechslung, die ein eher auf Klang denn auf Virtuosentum bedachtes Trio bieten muss.

Der sowohl von Velvet Underground als auch von britischen Gitarrenbands aus den späten 80er Jahren beeinflusste Sound des Black Rebel Motorcycle Clubs hat über die Jahre nichts von seiner Attraktivität verloren. Selbst die Songs von den ersten beiden Alben wie „Red Eyes And Tears“ oder „Spread Your Love“ klangen wie neu. Mehr kann man von Rock‘n‘Roll nicht verlangen.

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