Silbermond in der Festhalle

Songs für die Ewigkeit

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„Das Beste“ kommt zum Schluss: Verlässlich liefern Stefanie Kloß und ihre Mitstreiter in Frankfurt ihre Ohrwürmer ab.

Frankfurt „Das Beste“ kommt zum Schluss. Jenes Stück, mit dem Silbermond einen Popsong für die Ewigkeit geschaffen haben. Frontfrau Stefanie Kloß ist glücklich. Die Band hat eine Show abgeliefert, in der alles stimmt und trotz Perfektion die Nähe nicht fehlt. Von Anke Steinfadt

Die 28-Jährige und ihre Fans sind ein Herz und eine Seele. Gern tragen sie sie auf Händen vor der Bühne, stimmen in „Oh-Oh-Oh“-Chöre ein und kommen der Aufforderungen nach, mit Feuerzeugen- bzw. Handydisplays den Saal feierlich zum Funkeln zu bringen. Textsicher ist das Publikum darüber hinaus. Nicht nur Refrains sondern ganze Strophen werden aus tausend Kehlen skandiert. Ganz junge Leute sind wenige da, die meisten sind zwischen dreißig und vierzig, einige auch älter.

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Fast auf den Tag genau vor drei Jahren sind Silbermond zuletzt in Frankfurt aufgetreten – in der ausverkauften Jahrhunderthalle. Die hätte diesmal nicht ausgereicht. Die „Himmel auf“-Tour führt sie in die gut gefüllte Festhalle. In allen Städten sind es große Hallen, die sie bespielen. Und dennoch ist die Atmosphäre, die Stefanie Kloß und ihre Mitstreiter Johannes Stolle (Bass), Thomas Stolle (Gitarre) und Andreas Nowak (Schlagzeug) schaffen, so intim wie in einem kleinen Club. Die Nähe zu den Fans wird zelebriert, mit jedem Wort, mit jeder Geste. Irgendwann stehen die Brüder Stolle mit ihren Instrumenten mitten im Publikum. Alles echt.

Silbermond liefern verlässlich ihre Ohrwürmer ab. Neben „Das Beste“ und „Nichts bereuen“ zählt der allererste Hit „Symphonie“ noch immer zu den Schönsten. Das Repertoire unvergesslicher Songs wird kontinuierlich erweitert. Die aktuellen sind „Himmel auf“ und „Ja“. Sie werden nicht die letzten bleiben. Die Stücke vom neuen Album kommen gut an. Es gibt gleich zwei Anti-Kriegs-Lieder: „Weiße Fahnen“ und „Waffen“. Silbermond haben ein Anliegen. Doch Textzeilen wie „Man zeigt nicht mit Waffen auf andere Leute“ klingen bei aller ernst gemeinten Kritik doch arg nach einer Schülerband aus Bautzen, die sie vor zehn Jahren einmal waren.

Beachtlich ist der Druck, den die vierköpfige Band allein durch Bass, Gitarre, Schlagzeug und Stimme erzeugt. Es wird heftig gerockt. Aber auch die leisen Töne haben viel Intensität. Die Tonqualität ist gut. Und das Bühnenbild ein Ereignis. Auf vier vertikalen Stoffbahnen und ergänzenden LED-Quadraten, die wie Aufzüge hoch und runter fahren, wird das Bühnengeschehen nah übertragen. Mal ist ein Detail im Fokus, wie etwa Finger an Gitarrensaiten, dann das Gesicht der Sängerin, deren schwarze Haare mittlerweile nass am Kopf kleben oder alle vier Protagonisten auf jeweils einer Leinwand. Zum Abschluss mischt sich Laserlicht mit Konfetti zu einem glitzernden Bild, das in Erinnerung bleibt.

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