Sopranistin mit vielen Facetten

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Die aus Bulgarien stammende Sopranistin Krassimira Stoyanova hatte in ihr Programm fünf Lieder von Giacomo Puccini aufgenommen, die der Komponist als Fundus für seine Oper verwendete.

Frankfurt - Klänge aus „La Bohème“ wehten in den jüngsten Liederabend der Oper Frankfurt hinein. Denn die aus Bulgarien stammende Sopranistin Krassimira Stoyanova hatte in ihr Programm fünf Lieder von Giacomo Puccini aufgenommen, die der Komponist als Fundus für seine Oper verwendete. Von Axel Zibulski

Ein Kuriosum ist sein Lied „Sole e amore“ nicht nur, weil er die Themen daraus für seine Pariser Künstler-Oper heranzog, sondern auch, weil er am Ende eine Widmung an den Violin-Virtuosen Paganini einkomponierte. Solche launigen Momente waren typisch für den ersten Programmteil, in dem Stoyanova und ihr Klavierbegleiter Jendrik Springer auch Werke von Charles Gounod und Gaetano Donizetti interpretierten.

Bei aller Opernnähe war das eine überwiegend lyrische Angelegenheit, weil die Sopranistin weit mehr mit vokaler Kultiviertheit und elegantem Legato als mit dramatischer Oberflächlichkeit glänzte – so flott und bruchlos überblendete sie in Gounods „Sérénade“ die vokalen Register, so gedeckt, innig und verhalten interpretierte sie Donizettis Lied „Die Mutter und das Kind“. Leicht hätte gerade diese melosgesättigte Nummer naiv klingen können, doch veredelte Stoyanova nicht nur sie mit warmen, runden Höhen und dezent-liebevollem Ausdruck.

Tschaikowskis Melancholie klang glaubhaft empfunden

Noch eine Spur gewichtiger und dramatisch fordernder war ihre Auswahl russischer Lieder; die Werke von Peter Tschaikowski und Sergej Rachmaninow gaben auch dem Pianisten Jendrik Springer bestens genutzte und bei Rachmaninow bis ins Rauschhafte gesteigerte Gelegenheit zu virtuoser Entfaltung. Im Mittelpunkt stand freilich die bulgarische Sopranistin. Tschaikowskis dunkel getönte Melancholie klang ebenso glaubhaft empfunden wie der bestens polierte, etwas äußerliche vokalvirtuose Glanz von Rachmaninow. Vor allem dafür erhielt Stoyanova intensiven Beifall und blieb sich in Sachen Lied-Raritäten bei den Zugaben mit zwei Stücken aus ihrer bulgarischen Heimat treu.

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