Soul hat Stimme

Frankfurt - Schnorren wird der amerikanische Soulsänger Aloe Blacc in nächster Zeit gewiss nicht mehr müssen. Sein famoser Song „I Need A Dollar“ entwickelt sich nämlich allmählich zum Welthit. Von Christian Riethmüller

Auf dem dazugehörigen Album „Good Things“ finden sich zudem mindestens noch zwei Lieder mit ähnlichem Potenzial. Das Konzert im Mousonturm war seit Wochen ausverkauft.

Blaccs Gesang erinnert an Größen wie Marvin Gaye, Stevie Wonder, Bill Withers und Al Green, deren Themen zwischen schwarzer Selbsterfahrung und sozialem Bewusstsein er kongenial in seinen Texten aufgreift. Zu diesen Vorzügen kommt bei „Good Things“ allerdings noch eine brillante Produktion gemeinsam mit den phänomenalen Expressions aus Brooklyn.

Begleitband verpasst Liedern unpassend flotten Groove

Leider sind die Expressions nicht mit auf Tour, Blaccs Begleitband in Frankfurt füllte denn auch nicht ganz deren große Fußstapfen aus. Das Kollektiv schien vor irgendetwas auf der Flucht zu sein und verpasste selbst Schleichern wie „Take Me Back“ oder der exquisiten Velvet-Underground-Coverversion „Femme Fatale“ einen unpassend flotten Groove. Eigentlich messerscharfe Arrangements waren zudem fast alle abgeschliffen und teils unpräzise akzentuiert.

Die eingängigen Songs inszenierte der charismatische und mit erstaunlicher Bühnenpräsenz gesegnete Blacc quasi als Hitparade, in der auch Latin- und Salsa-Gefühl aufscheinen und an die panamesischen Wurzeln Blaccs erinnert werden durfte. Die Zugaben mit einer formidablen Version von Michael Jacksons „Billy Jean“ und dem künftigen Tophit „Loving You Is Killing Me“ zeigten Blacc dann nochmals in seiner ganzen Klasse, die ihm noch viele Fans bescheren wird.

Rubriklistenbild: © Christian Seidel/ pixelio.de

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