Spröder Klang des Ostens

Er gilt als bedeutendster Komponist Rumäniens, und doch ist George Enescu bei weitem nicht so bekannt wie etwa sein Schüler, der Violin-Virtuose Yehudi Menuhin. In der Alten Oper Frankfurt wurden die Europa-Kulturtage der Europäischen Zentralbank (EZB) jetzt mit Werken Enescus (1955) sowie Ludwig van Beethovens eröffnet. Von Axel Zibulski

Die folkloristisch geprägte Eingängigkeit von Enescus Rumänischer Rhapsodie Nr. 1 A-Dur op. 11 sorgte in dem Konzert mit dem Nationalen Rundfunkorchester für einen mitreißend-melodienseligen Ausklang. Dass die Rhapsodie keineswegs typisch für den Personalstil des Komponisten ist, hatten die Zuhörer im Großen Saal zuvor verinnerlichen können. Mit zwei eher spröden, seinerzeit avantgardistischen Werken hatte Dirigent Christian Mandeal zuvor das Publikum mit seinem Landsmann vertraut gemacht: Die erste Orchestersuite C-Dur op. 9 aus dem Jahr 1903 etwa bedeutete einen weniger glanzvollen als nachdenklichen Einstieg: Wie auf der Stelle zu treten scheint das eröffnende Unisono der Streicher, und selbst das lebendige Finale kennzeichnet eher komplexe Rhythmik als Schwung. Die Suite wurde vom Rundfunkorchester so sorgfältig ausgearbeitet wie das „Caprice Roumain“ für Violine und Orchester, mit dem Enescu alles andere als ein brillantes Virtuosenkonzert schrieb: In dem von Cornel Taranu vollendeten Werk blieb Solist Gabriel Croitoru selbst im ausgedehnt-langsamen ersten der vier Sätze vital und konzentriert.

Eher wie eine Pflichtübung klang Ludwig van Beethovens „Tripelkonzert“ C-Dur op. 56 für Violine, Cello, Klavier und Orchester. Zuverlässig, aber weitgehend akzentfrei begleitete das Orchester, streckenweise ungenau, manchmal fahrig spielten die Geigerin Anda Petrovici sowie Cellist Marin Cazacu. Den verhältnismäßig schlichten Klavierpart hatte der aus Bukarest stammende Pianist Nicolae Licaret übernommen.

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