Sprödes und Weiches

Frankfurt - In Fraktionen eröffnete das Opern- und Museumsorchester sein Abonnementkonzert in der Alten Oper. Den populäreren Teil hatten die Streicher auf dem Plan, in Gestalt von Peter Tschaikowskis Serenade C-Dur op. 48. Von Axel Zibulski

In der großvolumigen Besetzung konnte Generalmusikdirektor Sebastian Weigle die Gratwanderung zwischen Fülle und Farben, Transparenz und Zuspitzung ideal erreichen, leicht und rhythmisch wendig im Walzer des zweiten, melancholisch, aber nie süßlich in der Elegie des dritten Satzes. Die sprödere Aufgabe hatten danach die Bläser in Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 7 op. 46/2 zu bewältigen, ergänzt um Orgel und wenige tiefe Streichinstrumente. Ein Stück mit lokalem Bezug, weil damit 1927 die Orgel des seinerzeit in Frankfurt residierenden Südwestdeutschen Rundfunks eingeweiht wurde. Es scheint ein recht inwendiges Ereignis gewesen zu sein, denn obwohl die Kammermusik doch eher eine Art Kammerkonzert ist, so dominieren Hindemiths thematischer Purismus und seine akademische Kunst der Durcharbeitung. Die Bläser des Opern- und Museumsorchesters spielten den Dreisätzer freilich lupenrein, klar, stringent und in guter Abmischung mit der fast obligat eingesetzten Orgelstimme: Martin Lücker war kurzfristig für den erkrankten Kollegen Matthias Eisenberg eingesprungen.

In aller Pracht strahlte die Orgel der Alten Oper also erst ganz am Ende, im Finale der Orgel-Sinfonie c-Moll op. 78 des französischen Spätromantikers Camille Saint-Saëns. Zuvor hatte Lücke in diesem Werk die dezenten Färbungen und Tönungen seines Instruments betont diskret und zurückhaltend eingesetzt, dabei exzellent mit dem Orchester abgemischt. Der Einsatz von Weigle und seinem Orchester für die selten aufgeführte Sinfonie wirkte mit Sorgfalt passioniert; Lücker durfte, kernig und markant registrierend, am Ende beherzt und durchdringend auftrumpfen.

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