Auf den Spuren von Elvis Presley

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Mit seiner Interpretation des Presley-Klassikers „Always On My Mind“ sorgte Boy George für den vielleicht berührendsten Moment des Konzerts.

Frankfurt - Es gibt Stücke, die gehören einfach zur „Nokia Night of the Proms“, zu der an zwei Abenden wieder mehr als 16 000 Musikfans in die Frankfurter Festhalle strömten. Etwa die Hymne „Land Of Hope And Glory“ gegen Ende oder natürlich John Miles Meisterwerk „Music“. Von Dirk Iding

Klar, schon hundertfach gehört, doch nie so intensiv wie bei den „Proms“, für die das Stück fast geschrieben scheint. Und dann gibt es bei diesem alljährlich wiederkehrenden Crossover von Pop und Klassik immer wieder auch diese Überraschungselemente, die meist zünden, manchmal aber auch nicht.

Bei der „Nokia Night of the Proms 2010“ gehört zweifellos Boy George, Pop-Chamäleon der 80er und dann viele Jahre in der Versenkung verschwunden, zu den positiven Überraschungen. Mit seiner nunmehr leicht brüchigen, bluesigen Stimme sorgte der Brite mit seiner Interpretation des Presley-Klassikers „Always On My Mind“ für den vielleicht berührendsten Moment des Konzerts.

Hingegen wirkte der Welt-Singsang der deutschen Gruppe Lichtmond deplatziert und hinterließ beim Publikum mehr Fragezeichen denn Begeisterung. Überhaupt mochte zumindest im ersten Konzertteil der Funke auf das ansonsten begeisterungsfähige Frankfurter „Proms“-Publikum noch nicht so recht überspringen – und das ungeachtet der zweifellos großartigen Fähigkeiten des jungen Geigenvirtuosen Charlie Siem und des glänzenden Orchesters Il Novecento. Erst mit dem karibischen Stil-Mix von Kid Creole and the Coconuts nahm die Party richtig Fahrt auf, die sich nach der Pause steigern sollte.

Da gab John Miles mit einer großartigen Interpretation der Queens-Hymne „The Show Must Go On“ die Richtung vor. Und nach John Miles „Music“ hatte Pop-Legende Cliff Richard leichtes Spiel. Der zum Ritter geschlagene 70-Jährige begeisterte unter anderem mit einem Medley seiner größten Hits, wandelte mit „I‘ve Got You Under My Skin“ auf Frank Sinatras Pfaden und setzte mit seinem größten Hit „We Don’t Talk anymore“ einen glänzenden Schlusspunkt.

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