Spurensuche im gefälligen Gewand

Chiwoniso ist in den USA aufgewachsen, wo sie 1976 als Tochter eines Musikethnologen geboren wurde. Im Alter von 14 Jahren zog sie gemeinsam mit ihrer Familie ins heimatliche Zimbabwe. Eine Biografie zwischen zwei Welten: Auch in ihrer Musik bringt die Sängerin und Mbiraspielerin die traditionelle Kultur ihres Volkes, der Shona, mit der westlichen Popmusik überein. Von Sebastian Hansen

Chiwoniso, die zur Eröffnung der im Zuge des Festivals „Summer in the City“ vom Mousonturm ausgerichteten Weltmusikreihe im Frankfurter Palmengarten gastiert, stellt die Mbira in den Zusammenhang einer mit E-Gitarre, Synthesizer, Bass, afrikanischer Perkussion und Schlagzeug besetzten Band. Die Mbira, irreführend immer wieder als Daumenklavier bezeichnet, ist ein Lamellophon. Der in den aus Kunststoff gefertigten Resonanzraum eingelassene Holzkorpus ist mit zwischen sieben und mehr als 50 Metallzungen besetzt, die gezupft werden. Die Mbira konnte schon im Mittelalter nachgewiesen werden. Sie ist aber vermutlich viel älter.

Anders als auf der aktuellen CD „Rebel Woman“ geht der Klang der Mbira im Gebräu der Band unter. Nennenswerte Querschläger kannte der zugkräftige Afropop wenige. Einmal erinnert der Gesang an Rap und Reggae. Der Gitarrist trägt mitunter eine Note Rhythm’n’Blues ein. Zu Beginn und nach der Pause hat Chiwoniso je zwei Nummern allein oder in Begleitung von nur einem Musiker gespielt. Da trat die Mbira klar hervor. Diese intimen Momente waren die stärksten.

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