Mehr Spaß am Bass

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Routinierter Bass-Mann: Gordon Sumner alias Sting

Frankfurt - Wenn Rockmusiker sich dem Rentenalter nähern und ihre Schäfchen längst im Trockenen haben, widmen sie sich gern Projekten, experimentieren mit Formationen oder Stilen. Von Oliver Signus

Gordon Sumner alias Sting – ohnehin einer der Experimentierfreudigsten seines Berufsstandes – hat nach einjähriger Tournee mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra die Ausrüstung kräftig abgespeckt, tourt unter dem Motto „Back To Bass“ und war zu Gast in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Der Titel mag suggerieren, dass die Fans ein Abend voller Hits in erster Linie von „Police“ erwartet. Doch stammten nur etwa ein Viertel der etwas über 20 Stücke des Programms aus der knapp zehn Jahre währenden Erfolgsgeschichte des Trios.

So zieht es der Altmeister vor, sich durch seine Solojahre zu rocken, und das tut er routiniert und perfekt durchdacht. In fließendem Deutsch mit einem sympathischen britischen Akzent parliert er, gibt kleine Anekdoten zum Besten, erzählt, wie ihm bei einem Blick aus dem Fenster seines Schlosses auf die Getreidefelder das Lied „Fields OF Gold“ eingefallen ist. Musikalisch hält er sich meist zurück, sein Spiel ist druckvoll aber unspektakulär. Für Improvisationen überlässt er die Bühne seinen fünf Begleitern, vor allem dabei Geiger Peter Tickell, der mit fulminanten Soli begeistert.

Eindrucksvoll stellen die sechs Musiker unter Beweis, wie man ein breites stilistisches Spektrum mit Rock, Jazz, Country, New Wave und einem Tick Bluegrass trotz sparsamer Instrumentierung (Bass, zwei Gitarren, Schlagzeug, zwei Geigen) abdecken kann.

Das alles kommt auch nett rüber von der vollkommen unspektakulär, mit lediglich weißen Scheinwerferlichtern illuminierten Bühne, doch so richtig springt der Funke des stets brav applaudierenden Publikums nur über, wenn Sting alte „Police“-Hits anstimmt. „Every Little Thing She Does Is Magic“ schürte als zweites Stück des Abends kurz Hoffnung, doch dann dauerte es gut zwei Stunden, bis zur ersten Zugabe („Next To You“) wieder richtig Stimmung in die ausverkaufte Halle kommt.

Zum Abschluss des Abends tauscht Sting dann den E-Bass gegen eine akustische Gitarre und sorgt mit seiner Soloversion von „Message In A Bottle“ für einen runden Abschluss und zufriedene Gesichter.

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