Metal-Kult: Iron Maiden in der Festhalle

Sturm der Klassiker

Bruce Dickinson rockt auch mit 54 Jahren die Halle. - Foto: Georg

Frankfurt - Iron Maiden sind wieder weg, die Festhalle ist noch da. Gemessen an dem mit publikumswirksamen Krachern vollgepackten Konzert-Sturm, der da an zwei Abenden im ausverkauftem Haus tobte, ist das gewissermaßen zu betonen. Von Barbara Hoven

Wie sehr die britischen Heavy-Metal-Urgesteine es auch fast vier Jahrzehnte nach Gründung der Band immer noch drauf haben, erweist sich beim Auftakt der deutschen Termine der laufenden „Maiden England“-Welttournee: Sie spielen live einfach in einer Liga, in der absolut kein neues Album gebraucht wird, damit die alten etwas besser klingen.

Innerhalb von 24 Stunden waren die Tickets für das Konzert in der Festhalle ausverkauft, doch wer zu langsam war, hatte eine zweite Chance bekommen: Wegen der immensen Nachfrage legte die Band einen Anschlusstermin nach.

Mit eiserner Verlässlichkeit bietet das Sextett von der Insel dem Publikum eine Show, die schon in Nordamerika zu einer der erfolgreichsten Rock-Tourneen des Sommers wurde. Neuere Sachen sind dabei weniger zu hören, es ist ein Konzert der Klassiker; eine Zeitreise durch die Karrierestationen sozusagen. Für den Anfang „Moonchild“ aus den Achtzigern, dann weitere Kult-Titel aus diesem Jahrzehnt wie „2 Minutes to Midnight“, „The Trooper“, „Run To The Hills“, „Seventh Son Of A Seventh Son“, natürlich „The Number Of The Beast“.

Frontmann Bruce Dickinson agiert mit seinen 54 Jahren wie ein Besessener auf der Bühne, präsentiert sich fit und stimmgewaltig. Ab und zu spricht er mit den Fans. Obligatorisch: „Scream for me, Frankfurt!“, dröhnt er immer wieder in die Menge aus Maiden-Maniacs aller Altersgruppen, und die treuen Anhänger schreien zurück. Dafür wird dem Konzertbesucher nicht nur akustisch, sondern auch visuell einiges geboten: Er begegnet Maskottchen-Monster Eddie in all seinen Inkarnationen. Und die Sauna, die in der Halle herrscht, wird in schöner Regelmäßigkeit weiter befeuert von reichlich Pyrotechnik.

Auf der Setlist finden sich auch Stücke, die seltener zu hören waren, wie „Afraid To Shoot Strangers“ – bei dem Song geht es um Soldaten im zweiten Golfkrieg, die sich auf die Schlacht vorbereiten, und ihre Gedanken über das Töten. Uniform und wehender Union Jack dürfen da nicht fehlen.

Von Vielen als einer der wichtigsten Rock-Acts aller Zeiten angesehen, haben Iron Maiden fast 90 Millionen Alben verkauft, 2000 Live-Auftritte in 58 Ländern absolviert, 15 Studioalben veröffentlicht. Kein Wunder, dass es da nach furiosen 90 Minuten mit „Aces High“ oder „Running Free“ noch Stoff für Zugaben gibt.

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