The Cat Empire im Capitol

Süffiger Cocktail der Stile

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Harry James Angus (links) und Felix Riebl, die Frontmänner von The Cat Empire.

Offenbach - Die australische Band The Cat Empire überzeugt mit funky Reggae im Offenbacher Capitol. Von Stefan Michalzik

Unbeschwertheit als Programm: nur zu leicht kann das daneben gehen und auf die Länge eines Konzertabends entweder penetrant oder ganz einfach langweilig werden. Insoweit muss man vor The Cat Empire den Hut ziehen, weder das eine noch das andere ist ihnen anzukreiden. Das Sextett aus dem australischen Melbourne bleibt im Habitus unaufdringlich.

Einmal gut durchgequirlt: Die Musik der auf der Bühne des Offenbacher Capitols um zwei Bläser verstärkten Band ist ein Cocktail, ein um die andere Nummer wechselt die durchaus nicht krude anmutende Mischung der Stile graduell. Afrolatinische Kalebassen-Perkussion trifft Turntables – das klingt dem Anschein nach modernistischer als es der Fall ist, in Wirklichkeit ist der musikalische Ansatz konservativ. Ska und Reggae machen die Basis aus, eine gewisse Basslastigkeit prägt den Sound, Latin, Funk, HipHop und Polka klingen an.

Den Leadgesang teilen sich Felix Riebl und Harry James Angus brüderlich: In dem gertenschlanken Riebl steckt ein verkappter Crooner, wenn er nicht singt, beteiligt er sich an der Perkussion; der vollbärtige Angus ist für das herzhafte Moment zuständig, zudem prägen seine geschliffenen funky Trompetenläufe das musikalische Bild entscheidend mit. Hier gibt es tatsächlich noch so etwas altmodisches wie ein Scratch-Solo des Turntablespielers und Perkussionisten Jamshid „Jumps“ Khadirwhala.

Der langhaarige Keyboarder Ollie McGill fällt mit der stoischen Mine des Melancholikers als einziger aus dem allgemeinen Bild heraus, bisweilen wartet er mit warm klingendem Orgelspiel im Stil der Soul-Ära der Sechziger Jahre auf.

Im ausgedehnten Solo des Schlagzeugers Will Hull Brown tauchen derweil Dubeffekte auf. Ungeachtet einer Mitklatschnummer verzichten The Cat Empire auf alberne Showmätzchen. Es wird musiziert, ein paar freundliche Ansagen dazwischen, das war’s, mehr braucht es auch nicht. In Australien haben The Cat Empire seit ihren Anfängen im Jahr 1999 mehrfach Spitzenpositionen der Hitlisten belegt, auch die hiesige Fangemeinde ist eingeschworen, etliche Zuschauer haben sich Barthaare nach der Art von Katzen auf die Backen gemalt.

Eine Musik ohne Stachel ist das. Die Popwelt erschüttert man dergestalt ganz gewiss nicht, doch auch eine ungebrochene musikalische Versöhnlichkeit will auf ihre Weise gekonnt sein. In diesem Sinne lässt sich The Cat Empire ein Geschick in dem was sie tun durchaus bescheinigen.

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