Süße Träumerei

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Die ausverkaufte Jahrhunderthalle ziert eine Schlaraffenlandkulisse mit Showtreppe aus gigantischen Lutschern und Zuckerstangen.

Frankfurt - Als global erfolgreiches Mitglied der Nach-Madonna-Generation weiß sich Katy Perry zu inszenieren. Irgendetwas lässt sich die 26 Jahre alte Katheryn Elizabeth Hudson, wie ihr bürgerlicher Name lautet, immer einfallen, um im Gespräch zu bleiben. Von Ferdinand Rathke

Die ausverkaufte Jahrhunderthalle ziert eine Schlaraffenlandkulisse mit Showtreppe aus gigantischen Lutschern und Zuckerstangen. Wie unschuldig muten da doch jene rosa Wölkchen an, die von der Saaldecke hängen und ihre Fortsetzung finden in drei ebenfalls wolkigen Projektionsflächen, die nahezu pausenlos mit einer kunterbunten Bilderflut die Netzhaut überreizen.

Als pinker Doughnut präsentiert sich Katy Perry im kunterbunten Look der spießigen Fünfziger Jahre zum Auftakt und besingt kess jenen „Teenage Dream“, der sich von Generation zu Generation scheinbar nicht ändert.

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Katy Perry: So bunt und sexy kann Pop sein

Aus gut 4 800 Kehlen johlt jedoch nicht nur Zustimmung. Viele Besucher haben, nach stundenlangem Warten beim Einlass in die völlig überfüllte Halle, nur ungenügende Sichtverhältnisse und beschweren sich lauthals über chaotische Zustände. Hören können sie Katy, aber leider nicht sehen.

„Ich hoffe, ihr mögt Süßes“, fragt die Entertainerin scheinbar arglos zwischen zwei Songs und x-tem Kostümwechsel. In regelmäßigen Abständen flimmert eine in „Alice im Wunderland“-Ästhetik gedrehte Rahmenhandlung über die Bildschirme. Schlecht wird einem von den vielen optischen Leckereien erstaunlicherweise nicht.

Mag das rund 100 Minuten lange Spektakel auch wenig spontan sein: Katy Perry überzeugt zumindest als Künstlerin mit Stimme. Unterstützen lässt sich die Sängerin und Komponistin von kompetenter Formation ganz in Weiß samt zweier wie Lollies verkleideter Harmoniesängerinnen.

Enthusiasmus kennt keine Grenzen

Überraschungen hält Katy Perry auch parat: Wenn sie den Hit „I Kissed A Girl“ im verqueren Jazz-Arrangement serviert, Whitney Houstons Klassiker „I Wanna Dance With Somebody“ besser intoniert, als die Urheberin vergangenes Jahr in der Festhalle oder mal eben ein patentes Akustik-Set einschiebt.

Enthusiasmus kennt keine Grenzen, wenn das Sugar Girl zum „California Girl“ mutiert, um zum Finale Lebkuchenmänner tanzen, Flitterkonfetti von der Hallendecke regnen und gigantische bunte Spielbälle in die Menge werfen zu lassen.

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