Taiga, Steppe, Wald und Räuber

Frankfurt - Die russischen Glocken durften sogar beim Gesang a cappella nicht fehlen: Das Vokalensemble Anima imitierte sie einfach selbst, als es beim vorweihnachtlichen Lunchkonzert im Hessischen Rundfunk gastierte. Von Axel Zibulski

Die sechs Herren um den Tenor und Ensemble-Gründer Victor Smirnov hatten ein locker gemischtes Programm mit Volksweisen, Weihnachts- und Kunstliedern zusammengestellt.

Taiga, Steppe, Wald und Räuber: Das Sextett aus St. Petersburg veredelte im hr-Sendesaal die griffigen, nicht immer ganz klischeefreien Lieder mit instrumental klar geführten, untereinander gut austarierten Stimmen. Vom satten Bassfundament profitierten zwei ukrainische Weihnachtslieder und das ins Russische adaptierte Trinklied „Im tiefen Keller“; den rhythmischen Schwung eines jüdischen Volkslieds vermittelte man lebensfroh und präzise; Gabriel Faurés „Schmetterling und Veilchen“ gab den drei Tenören Raum zu beseelt leuchtender Eleganz.

Das 1992 von Victor Smirnov gegründete Ensemble hat einen Repertoire-Schwerpunkt in der orthodoxen geistlichen Musik: Die rein strahlenden Stimmen hätte man sich tatsächlich gut im sakralen Rahmen vorstellen können. Im hr-Sendesaal beließen sie es bei einer Kostprobe des Geistlichen, einer melodisch besonders anschmiegsamen zumal: Das „Pie Jesu“ aus Andrew Lloyd Webbers „Requiem“ war, ähnlich dem internationalen Weihnachtslied-Potpourri am Ende, gewiss ein Höhepunkt des Programms. Dass die sechs Herren aus St. Petersburg größere Anforderungen locker meistern würden, daran ließen sie in diesem Lunchkonzert freilich keinerlei Zweifel.

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