Tame Impala in der Batschkapp

Im Fahrwasser der legendären Cream

Frankfurt - Mit einem fulminanten Konzert in der Frankfurter Batschkapp eröffnete die australische Band Tame Impala ihre aktuelle Tournee, die das Quintett aus dem australischen Perth durch Europa und Südamerika führt. Von Moritz Post

Dem Halbfinale der WM unter Beteiligung der deutschen Fußballnationalmannschaft zum Trotz war die Konzerthalle im Nordosten Frankfurts fast ausverkauft. Die Schlange vor dem Eingang reichte zeitweise sogar bis zur Straße hinaus, so dass manche Konzertbesucher den Anfang der Show verpassten.

Mit „Be Above It“ und „Why Won’t You Make Up Your Mind?“ zeigte die Band um Gitarrist und Sänger Kevin Parker gleich zu Beginn, in welche Richtung der Abend gehen würde: Sanfte Synthesizer-Klänge, wummernde Bässe und Gitarren, die durch verschiedenste Effekte bis zur Unkenntlichkeit verzerrt waren, ließen einen Klangteppich entstehen, der, nur durch Parkers Stimme durchbrochen, die Besucher in andere Sphären zu transportieren schien. Unterstrichen wurde die Musik der Band durch fantasievolle Visualisierungen auf einer Leinwand.

Tame Impala haben sich ganz dem Psychedelic-Rock verschrieben, der Mitte der 1960er Jahre von Großbritannien hinüber auf den Kontinent schwappte und die Rockmusik in Europa und Amerika prägte. Dabei entwickelten die Jungs aus „Down Under“ aber konsequent ihren eigenen Stil, der sich in den Songs wie „It’s Not Meant To Be“ oder „Solitude Is Bliss“ widerspiegelt. Ihre Begeisterung für den Blues klang schließlich bei „Half Full Glass Of Wine“ an: Wer hier die Augen schloss, konnte meinen, es stünde die einstige Supergroup Cream um Rocklegende Eric Clapton auf der Bühne. Wäre deren „Sunshine Of Your Love“ gefolgt, hätte dies sicherlich auch keinen Konzertbesucher ernsthaft überrascht.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Die eineinhalbstündige Show in der Batschkapp hat bewiesen, dass der Psychedelic-Rock noch nicht ausgestorben ist und auch fünfzig Jahre nach seiner Blütezeit begeistert. Das überwiegend junge Publikum dankte es mit tosendem Applaus.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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