Team Gina verbreitet pure Freude

Team Gina sparen sich den DJ. Die Beats hat das aus Seattle stammende weibliche Duo zu Hause programmiert, bei den Auftritten werden sie einfach aus der digitalen Konserve gespult. Von Stefan Michalzik

Das geschieht vom Mischpult aus. Coole Sache, denn hier wird gar nicht erst der Mythos einer „Live-Elektronik“-Aufführung vorgespiegelt. Unverstellt echt und einnehmend frisch: Das ist der Eindruck, den Team Gina bei ihrem Konzert im Offenbacher Hafen2 hinterlassen haben. Die beiden jungen Frauen, die sich Gina Eling und Gina Genious nennen, legen viel Wert auf die Show. Und die ist in der Tat sehenswert. Team Gina, deren Kleider aus dem Kostümfundus einer Sciencefiction-Fernsehserie der Sechziger Jahre stammen könnten, haben ihre Nummern durchchoreografiert. Einesteils sind die Bewegungen perfekt einstudiert. Zugleich vermittelt sich der Eindruck einer drillfreien Lebendigkeit.

Das ist bezeichnend für den in der Summe unbeschwerten Hedonismus, dem die beiden zum queeren Underground gehörigen Team Gina huldigen. In den Songs geht es um Liebe, Sex und das Leben im Allgemeinen. Die Beats grooven sehr entspannt. Verwurzelt sind sie im R’n’B, und in diesem Lichte betrachtet kann man Team Gina auch als Gegenmodell zu den marktgängigen turbosexualisierten Diven dieses Genres sehen. Show machen heißt hier zuallererst Spaß zu haben – und einen ebensolche zu vermitteln.

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