The Computers im Hafen 2 in Offenbach

Die Zukunft des Rock’n’Roll

Offenbach - Kaum vorstellbar, dass der Bandname The Computers noch nicht vergeben war. Und geradezu unglaublich, dass sich dahinter keine 80er-Synthie-Gruppe verbirgt, sondern eine junge, schmal geschnittene Anzüge tragende Gitarrenband aus dem englischen Exeter. Von Christian Riethmüller

Dort suchte Sänger und Gitarrist „Screaming“ Alex Kershaw im Jahr 2007 Mitstreiter für eine Gruppe, die wie eine Mischung aus Elvis Costello, Dr. Feelgood und Black Flag klingen sollte. Diese Vorbilder sind im heutigen Sound der Computers zwar noch zu erahnen, doch spielt die Band heute eher einen wilden Mix aus Motown-Soul, Power Pop und Hochenergie-Rock’n’Roll à la Jerry Lee Lewis.

Das klingt auf dem Debüt-Album „This is The Computers“ sehr knackig, auf dem jüngst erschienenen zweiten Album „Love Triangles Hate Squares“ schon hinreißend und live geradezu überwältigend, wie das Quintett nun auch bei einem Konzert im Hafen 2 in Offenbach bewies. Vor allem die Kraft, die der kleine Al Kershaw auf der Bühne entwickelt, ist eine Sensation. Wie von der Tarantel gestochen saust der durch den Saal, spielt inmitten der Menge seine Soli, umgarnt das Publikum, plappert, statt zu atmen und singt und schreit dazu noch mit einer Stimme, der selbst beim rüdesten Punk’n’Roll noch anzuhören ist, dass sie vermutlich alles singen könnte.

Mit der sympathischen Attitüde versehen, eigentlich die geilste Band der Welt zu sein, erinnern The Computers wohl nicht ganz ungewollt an die schwedischen Großmäuler von The Hives. Wie diese verstehen es aber auch The Computers das Versprechen einzulösen. Wenn die mit „Oh-oh-oh“-Chören, einem Klimper-Piano und der geballten Macht einer straffen Rockband vorwärtsgetriebenen Songs wie „Bring Me The Head Of A Hipster“, „Call On You“ oder „Disco Sucks“ über einen hereinbrechen, glaubt man – zumindest für die Dauer des einstündigen Konzerts – die Zukunft des Rock’n’Roll zu sehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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