„Thriller - Live“: Original bleibt unerreicht

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Schön gespenstisch, wenn die 2009 verstorbene Musiklegende Michael Jackson auf der Bühne ihre Wiederauferstehung erlebt...

Frankfurt - Seit dem Jahr 2006 tourt „Thriller – Live“ durch die Welt. Im Mai vergangenen Jahres wurde in Großbritannien die 1000. Vorstellung gefeiert. Auch hierzulande macht die Originalshow aus dem Londoner West End regelmäßig Station. Von Anke Steinfadt

In der Alten Oper Frankfurt, wo die Produktion zuletzt im Frühjahr 2010 zu sehen gewesen ist, wird sie derzeit im Zuge einer 14 Stationen umfassenden Deutschland-Tournee wieder aufgeführt.

Offensichtlich ist sie indes trotz des Namens Michael Jackson kein Garant für ein ausverkauftes Haus mehr. Wenngleich Gesang, Tanz und Inszenierung nach wie vor eine solide Qualität bieten – und dem Publikum um die zwei Stunden gute Unterhaltung sicher sind.

Das bunte Bühnenspektakel

Das bunte Bühnenspektakel, für dessen Inszenierung Choreografen, Bühnen-, Licht- und Kostümbildner ihr Bestes gegeben haben, erzählt die Vita des King of Pop nicht mittels einer Rahmenhandlung, sondern liefert eine chronologische Aneinanderreihung seiner wichtigsten Songs. Die musikalische Lebensgeschichte beginnt mit Hits wie „ABC“ und „I’ll Be There“ der Gruppe Jackson 5, deren Mittelpunkt Michael als Siebenjähriger bereits war, über die ersten Solonummern bis hin zu den Mega-Hits der 80er und 90er Jahre wie „Beat It“, „Billie Jean“, „Dangerous“ – und nicht zuletzt „Thriller“ als ewiger Meilenstein der Pop-Geschichte.

Gesanglich wie tänzerisch, das verdeutlicht diese Hommage wieder einmal, war Michael Jackson absolut einzigartig. Drei Sänger, eine Sängerin und ein kleiner Junge verkörpern diesen laut Guinness-Buch der Rekorde „erfolgreichsten Entertainer aller Zeiten“ an den verschiedenen Stationen seiner Karriere. Jeder von ihnen erreicht einzelne Facetten. Am originalgetreuesten schafft dies der schlaksige Brite Alex Buchanan, am herzzerreißendsten der mit Afro-Frisur ausgestattete Jacko-als-Kind-Darsteller und am hingebungsvollsten Denise Pearson, der die Anstrengung des Imitierens in Strömen von Schweiß über das Gesicht rinnt.

Tänzerisch kommt niemand an das Original heran

Versuche, die Jackson-typischen Jauchzer und Gluckser organisch in den Gesang einzubauen, gelingen allerdings nur leidlich. Und tänzerisch kommt selbst passabel moonwalkend niemand an das Original heran.

Es ist ein Abend für Fans, geschaffen von einem Fan: Adrian Grant. Bereits 1991 begann er mit „The Annual Michael Jackson Celebration“ in England Partys zu organisieren, die dem Idol in Form von Tanz- und Gesangimitationen huldigen sollten. Nachdem 2001 der Popkönig persönlich einer Veranstaltung als Gast beigewohnt und sich überaus begeistert gezeigt hatte, wurde das Format weiterentwickelt.

Grants Vision war es, eine Show zu erschaffen, „die etwas von jener Magie Michael Jacksons widerspiegelt, mit welcher er ein Publikum aller Generationen und Kulturen über Jahrzehnte faszinierte“. Die Fans werden dieses Vorhaben als gelungen betrachten. Allerdings stand in Frankfurt niemand auf den Stühlen – so wie es von anderen Veranstaltungsorten gerüchteweise immer wieder kolportiert wird...

„Thriller – Live“ bis 7. Januar täglich in der Alten Oper Frankfurt.

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