In süßer Melancholie versunken

Offenbach (zik) - Ein regnerischer Sonntagnachmittag, das ist im Grunde genommen genau die richtige Szenerie für die Musik von I am Oak, die nun im Hafen 2 in Offenbach gastierten.

Das jüngste Album „Nowhere or Tammensaari“ soll das Trio in einem verschneiten gleichnamigen finnischen Nest aufgenommen haben, was aber nicht genau nachweisbar ist. I am Oak stammen aus dem holländischen Utrecht, musikalisch jedoch sind sie in Amerika verankert, genauer gesagt im Genre Americana, das wiederum auf Country, Blues und Folk aufbaut. Thijs Kuiken, der Sänger und Kopf, ist ein Melancholiker vor dem Herrn. Kuiken schwelgt in klaren Gesangslinien und weit ausholenden dramaturgischen Bögen. Alles an seiner Musik ist dem traurigen Schönen zugetan, die klar hervortretenden Instrumente – akustische oder elektrische Gitarre, Bass und Schlagzeug -, der Harmoniegesang, die ganze musikalische Atmosphäre. Das hat auf jeden Fall Format.

Toby Goodshank, der zweite Act an diesem Sonntag, ist tatsächlich Amerikaner, er stammt aus der New Yorker Antifolk-Szene und spielte früher Gitarre bei deren Zentralgestirn, den Moldy Peaches, außerdem firmiert er auch als „Visual artist“, er gestaltet unter anderem die Hüllen seiner Alben selbst. Die Melodik der Lieder, die er allein zur akustischen Gitarre im Café vortrug, entspringt dem Folk. Die Melancholie ist auch Goodshank nicht fremd, der Grundtenor seiner mit einer metallisch timbrierten Baritonstimme vorgetragenen Songs ist aber eher optimistisch.

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