Treffen guter Freunde

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Ganz in Weiß trat Anastacia in Frankfurt auf.

Sie wirkt entspannt im Hier und Jetzt, strahlt unendliche Ruhe aus. Im Gegensatz zu einigen Fans in Frankfurts Alter Oper, die, kaum ist der erste Ton erklungen, nervös vorstürmen und ihr die Arme entgegen recken. Anastacia schüttelt Hände, während sie singt, gelassen, wie selbstverständlich. +++ Fotostrecke +++ Von Anke Steinfadt

Sie ist weiß gekleidet, trägt eine getönte Brille. Später wird sie diese ablegen und in Top und Jeans erscheinen, noch später in einem schwarzen Catsuit. Jedes Mal sieht sie umwerfend aus. Ihr Lächeln ist auf natürliche Art entwaffnend.

40 Jahre ist die Soul-Diva alt. Drei Jahre sind seit der letzten Tour verstrichen. „Ich freue mich, endlich wieder hier zu sein“, sagt sie. Die Fans am Bühnenrand geraten in Aufruhr, während das übrige Publikum verhalten den Stücken des neuen Albums „Heavy Rotation“ lauscht. In die Top Ten hat es kein Titel geschafft, obwohl das soulige „Absolutely Positively“, das poppige „Defeated“ oder die erdige R’n’B-Nummer „Same Song“ es verdient hätten.

So rockte Anastacia die Alte Oper

Anastacia rockte die Alte Oper

Die Show der Amerikanerin protzt nicht mit überladenen technischen Effekten. Es gibt Videoeinspielungen, aber im Vordergrund bleiben sie, die vierköpfige Band und die beiden Hintergrundsängerinnen. Hin und wieder stehlen zwei Tänzer ihnen die Show, etwa mit einer spektakulären Akrobatiknummer, in deren Mittelpunkt neben Waschbrettbauch und Muskelspiel eine Badewanne steht. Dann lässt Anastacia den Beau unbeeindruckt verschwinden. Lieber fläzt sie sich auf dem roten Sofa und tratscht eine Runde.

In solchen Momenten wirkt der Auftritt wie ein lockeres Treffen guter Freunde, dem das Publikum im nicht ganz ausverkauften Großen Saal zufällig beiwohnt. Was läge näher, als auf Wunsch einer Zuhörerin den Sister-Sledge-Klassiker „We Are Family“ anzustimmen – selbst wenn die Hälfte des Textes mit „hm hm hm“ improvisiert werden muss? Da offenbart Anastacia komödiantisches Talent.

Insbesondere im letzten Teil werden die alten Superhits hervorgeholt. Jene Ohrwürmer, von denen Anastacia heute noch zehrt. Sie spielt „I’m Outta Love“ und „Left Outside Alone“; allerdings weniger rockig, sondern als poppige Up-Tempo-Nummern mit treibenden Bässen. Die Bässe! Einziger Wermutstropfen dieses begeisternden Konzerts. Was die Lautstärke betrifft, hätte es gern etwas weniger sein dürfen ...

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