„Tribute to Abba“

Wie einst im April

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Katja Nord (l.) und Camilla Dahlin lassen mit Saxofonist Ulf Andersson die legendäre Band Abba wiederauferstehen.

Frankfurt - Mit der größten Gitarre der Welt und einem bombastisch produzierten Lied namens „Ring Ring“ wollte ein schwedisches Quartett 1973 den Eurovision Song Contest erobern. Von Christian Riethmüller 

Allerdings wollte die Welt von Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid, wie die Band sich damals nannte, nichts hören. Es reichte nur zum dritten Platz des Vorentscheids. Das Quartett ließ sich davon nicht beirren. Keyboarder Benny Andersson und Gitarrist Björn Ulvaeus schrieben weiter Songs, die sich durch besonders eingängige Melodien auszeichneten, die Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad Fredriksson hinausjubilieren konnten. Beim Eurovision Song Contest 1974 im englischen Seebad Brighton waren die Vier erneut am Start. Ihren sperrigen Bandnamen hatten sie da schon abgelegt und die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen zu einem Wort geformt, das selbst ein Kleinkind aussprechen konnte: ABBA. Der Rest ist Geschichte. Mit dem Song „Waterloo” gewann Abba am 6. April 1974 nicht nur den Wettbewerb, sondern startete auch eine sagenhafte Karriere.

Den Triumph von Brighton verfolgten zwei kleine Mädchen in Stockholm am heimischen Fernseher. „Ich kann mich noch gut an den Auftritt erinnern”, erzählen die dunkelhaarige Katja Nord und die blonde Camilla Dahlin fast 40 Jahre später unisono in einem Hotel in Stockholm. Welchen Einfluss dieses Ereignis auf ihr späteres Leben haben sollte, konnten sie damals aber noch nicht ahnen. „Ich war neun Jahre alt und mir gefiel das Lied. Aber ich wurde nicht zum Abba-Fan. Ich habe andere Musik gehört, als ich aufwuchs”, berichtet Katja Nord. Auch Camilla Dahlin war nicht gleich von den Songs gepackt, wenngleich sie den Hits natürlich nicht entgehen konnte. „Die Songs von Abba waren ja überall“, sagt sie.

Als Katja und Camilla 1985 begannen, gemeinsam in verschiedenen Bands zu singen, gehörte Abba noch nicht zum Repertoire. Das sollte sich erst weit in den 90er Jahren ändern, als die Ikonisierung der genial-einfachen Andersson/Ulvaeus-Songs längst begonnen hatte. Nord und Dahlin fragten 1996 bei deren Produktionsfirma an, ob sie ihr neues Bandprojekt, eine Abba-Cover-Band, „Waterloo” nennen dürften. Sie erhielten die Erlaubnis. Allerdings nicht nur wegen der optischen Ähnlichkeit mit Anni-Frid und Agnetha, die sich mit entsprechenden Kostümen noch verstärken lässt, sondern vor allem wegen ihrer Stimmfärbungen und ihrem Duett-Gesang, der dem Original sehr nahe kommt.

Eröffnung des ABBA-Museums in Stockholm

Eröffnung des ABBA-Museums in Stockholm

Die Show „A Tribute to Abba - Abba the Show“ ist am Donnerstag, 23. Januar, in der SAP Arena Mannheim und am Donnerstag, 30. Januar, in der Festhalle Frankfurt zu sehen.

Aus dieser Cover-Band ist längst ein großes Show-Format geworden, das dem 1982 aufgelösten Original so ähnlich wie möglich sein will. Dabei kann die Gruppe mit einer Besonderheit punkten. Bei ihr spielen immer wieder Musiker mit, die einst mit Abba tourten und/oder auf den berühmten Alben der Weltstars zu hören sind. Bei der aktuellen Tournee sind mit Saxofonist Ulf Andersson und Gitarrist Janne Schaffer zwei Gaststars dabei, die bei zahlreichen Abba-Hits beteiligt waren und mithalfen, dass Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid doch noch die Welt eroberten.

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