Trip-Hop Ikone Tricky zu Gast in Frankfurt

Ab und zu ein Entertainer

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Tricky im Frankfurter Zoom

Frankfurt - In der englischen Stadt Bristol formieren sich in den 90er-Jahren die stilbildenden Trip-Hop-Bands Portishead und Massive Attack, auf deren ersten beiden Alben ein gewisser Adrian Thaws alias Tricky mitwirkt. Von Ronny Paul

Doch der geht bald seinen eigenen Weg und steigt gleich mit seinem ersten Soloalbum „Maxinquaye“ in den Musikolymp auf. 18 Jahre und zehn Soloalben später steht Tricky immer noch auf der Bühne und gibt auch Frankfurt wieder die Ehre. Vor ausverkauftem Haus im Zoom – dem ehemaligen Sinkkasten – präsentiert er sein aktuelles Album „False Idols“ in gewohnter Manier. Die sonderbare Bühnenperformance schwankt zwischen totaler Verweigerung und impulsiven Ausbrüchen. Oft zeigt er dem Publikum nur seine definierte Rückenmuskulatur, während er dem Schlagzeug zugewandt Joints am Fließband raucht oder einfach das Mikrofon minutenlang geistesabwesend gegen seinen Brustkorb schlägt. Viele Worte ist man von Tricky ohnehin nicht gewohnt. Er hält sich auf der Bühne am liebsten zurück. Auch im Zoom ist dies meist der Fall. Doch es bricht auch ab und an der Entertainer aus ihm heraus: Beim Cover des Motörhead-Songs „Ace Of Spades“ lädt er die vorderen Reihen ein, auf die Bühne zu kommen und mit ihm zu tanzen.

Tricky und Freeda Beast live im Zoom Frankfurt

Tricky und Freeda Beast live im Zoom Frankfurt

Seine Band um die neue Sängerin Francesca Belmonte trägt den eigenwilligen Bristoler mit einem gewaltig wummernden Soundteppich über den Abend. Tricky hat seine Musik schon länger vom Trip-Hop abgekoppelt und sich mehr dem Rock zugewandt: Oft klingt es, als spiele eine Punkband in Zeitlupe. Dem Publikum gefällt es, und auch Tricky taut zusehends auf, will kaum mehr aufhören und spielt vier Zugaben. Anscheinend ist der Funke übergesprungen.

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