Trio auf Zeitreise

Frankfurt - H. G. Wells’ Roman „Die Zeitmaschine“ stand dem kanadischen Trio Rush nicht nur bei der Namensgebung ihrer aktuellen Tournee Pate. Von Ferdinand Rathke

Schlagzeuger Neil Peart, Gitarrist Alex Lifeson sowie Sänger, Bassist und Keyboarder Geddy Lee ließen sich auch für das Bühnenambiente ihres einzigen deutschen Gastspiels in Frankfurts Festhalle von der Ästhetik des gleichnamigen Kinoklassikers inspirieren.

Mag die Zeit an dem vor 43 Jahren in Toronto aus der Taufe gehobenen Triumvirat nicht spurlos vorübergegangen sein – künstlerisch betrachtet empfiehlt sich der von einer kurzen Pause unterbrochene dreistündige Marathon als zeitlos. Ein längerer Videoclip mit den bis zur Unkenntlichkeit verkleideten Bandmitgliedern in den Hauptrollen bildet den Auftakt.

Den üppigen Querschnitt durch das Schaffen schütteln Rush im ersten Teil mühelos aus dem Handgelenk: „Presto“, „Freewill“ oder „Subdivisions“ lassen sich unter dem Titel des zweiten Songs zusammenfassen: „Time Stand Still“. Gleich, ob Geddy Lee seinen Falsettgesang beisteuert oder aber sich das seit 1974 in gleicher Besetzung spielende Trio ein versponnenes Instrumental gönnt – Virtuosität zählt. „Moving Pictures“, das Meisterwerk von 1981, wird danach komplett aufgeführt und tönt noch immer frisch.

Neues Material aus dem noch unveröffentlichten „Clockwork Angels“ führen die Veteranen ebenso im Programm wie manchen unterhaltsamen Scherz. Zum Finale lodern wilde Feuersbrünste, rotiert Pearts Schlagzeug, und Rush verabschieden sich, wie sollte es anders sein, mit einem Sketch.

Kommentare