Überlebende einer fernen Pop-Ära

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„You’ve got the body, I’ve got the brain – Let’s make lots of money.“ Mit diesen Zeilen hatten die Pet Shop Boys Schlüsselsätze zur Gesellschaft und zur Popmusik in den 80er Jahren geschaffen.

Die Pet Shop Boys haben es verstanden, sich als Überlebende des 80er-Jahre-Pops in ähnlicher Weise zu institutionalisieren wie die Rolling Stones als ewige Fackelträger der klassischen Phase des Rocks in den Sechziger Jahren. Konventionell und althergebracht mutet die Show an, mit der das Duo in der Frankfurter Jahrhunderthalle gastierte. Von Stefan Michalzik

Wie schon vor zwei Jahren stellen Neil Tennant und Chris Lowe wieder sich und ihre Songs in den Vordergrund. Die um einige Novitäten erweiterte Greatest-Hits-Revue wird flankiert von einer Videoshow, die auf Quadrat, Würfel und Pixel aufgebaut ist.

„You’ve got the body, I’ve got the brain – Let’s make lots of money.“ Mit diesen Zeilen hatten die Pet Shop Boys Schlüsselsätze zur Gesellschaft und zur Popmusik in den 80er Jahren geschaffen. Immer wieder reflektierten Tennant und Lowe, der die Show dominierende Sänger und der notorische Stoiker an Keyboards und Sequencer, unter der spiegelnden Oberfläche gesellschaftliche und politische Zeiterscheinungen. „Have you realized your Computer is a Spy“: Mit dieser Zeile vom jüngsten Album „Yes“ reihen sich die Urheber sloganartiger Refrains in die Reihen der Kritiker des Überwachungsstaats ein.

Ein ausgedehnter Balladenblock in der Mitte der Zwei-Stunden-Show erwies sich als bleierner Durchhänger, obwohl das Gastspiel insgesamt den Eindruck überraschungsarmer Souveränität vermittelte. „Love etc.“, der aktuelle Hit, unterscheidet sich im Klangbild nicht von den Klassikern. Auch die Zusammenarbeit mit dem jungen Produzententeam Xenomania für einige Nummern von „Yes“ ändert nichts am Erfolgsrezept des kaum merklichen Wandels. Die Zukunft dürfte daher gesichert sein.

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