Überzeugungstat in drei Akkorden

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Propagandist: Tim McIlrath

Offenbach - Lautstarker Protest in Wort, Musik sowie vorab als Kurzdokumentation auch in Bildern gegen Ignoranz, Profitsucht und Ausbeutung stehen auf der Agenda, wenn die amerikanische Formation Rise Against die ausverkaufte Offenbacher Stadthalle rockt. Von Ferdinand Rathke

Dass die Agitation zumindest im Ansatz funktioniert, beweisen Wort für Wort auswendig skandierte Texte zu heiklen Themen wie Umweltverschmutzung, Tierhaltung und Klimakatastrophe.

Impressionen vom Konzert

Ohne Fließband-Mentalität: Rise Against in der Stadthalle Offenbach

Als Transportmittel für provokante Inhalte dient dem Quartett aus Chicago jenes in den Siebziger Jahren von den britischen Sex Pistols etablierte Genre, das seither Generationen von Nachwuchsmusikern faszinierte: Punk. Zwei, maximal drei Akkorde und eine halbwegs einprägsame Harmonie genügen, um in wenig subtilen Nuancen auf mittlerweile fünf Alben zu rebellieren. Böse Zungen behaupten gar, Rise Against spielten seit Gründung 1999 immer ein und den selben Song. Jedenfalls dauert ein mit provokanter Aufrütteltaktik von Sänger und Gitarrist Tim Mcllrath mit zumeist erhobener Faust präsentiertes Manifest selten länger als drei Minuten. Stets rudimentär bleibt dabei das künstlerische Fundament: ein hämmerndes Schlagzeug im 4/4-Takt türmt sich mittels treibender Bassläufe sowie zwei verzerrter Gitarren zur auf Hochgeschwindigkeit frisierten Botschaft auf. Ausnahmen bilden lediglich zwei von insgesamt fünf Zugaben: „Swing Life Away“ trägt Mcllrath eindrucksvoll im Alleingang auf Akustikgitarre vor, während in „Hero Of War“ die Band halbakustisch ihr Potenzial ausschöpft.

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