Ein unerwartetes Bekenntnis des Gitarrenbands liebenden Aschaffenburgs

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Stephan L. Groth sang mit Hingabe und verzauberte nicht nur die weiblichen Fans. In Verbindung mit seinen lasziven Bewegungen zeigte er sich als wahrer Frontmann.

Aschaffenburg - Die letzten Faschingstöne waren gerade verklungen und das Konfetti von den Straßen gefegt, da bretterte Apoptygma Berzerk am Donnerstag nach Aschermittwoch im Colos-Saal zu Aschaffenburg richtig närrisch los. Von Holger Strehl

Die norwegische Band um Sänger Stephan Leonard Groth beschritt die ersten musikalischen Gehversuche bereits 1989, doch der ganz große Durchbruch blieb bisher aus. Dies liegt wohl an dem eigenwilligen Sound der Combo. Nicht nur, dass der Name befremdlich anmutet, nicht minder fremdartig klingt der Sound, die Apoptygma Berzerk aus verschiedenen Stilen kombinieren. Die bunte Mischung aus Techno-Trance und Pop-Rock verbunden mit Groths sanfter, melancholischer Stimme konsterniert - auf zauberhafte Weise. Dennoch ist die Musik der norwegischen Band offensichtlich nicht massentauglich.

Die aufwendig produzierten Stücke des aktuellen Albums „Rocket Sience“ klangen live perfekt umgesetzt. Selbstverständlich unterstützte auch die klare Akustik im Colos-Saal die sehenswerte Darbietung. Obendrein glänzte Apoptygma Berzerk mit einer beeindruckenden Bühnenshow. Absichtlich verpixelte Videosequenzen flimmerten auf drei kleinen Leinwänden im Hintergrund und der Farbwechsel der Spotlights spiegelten die Stimmung der einzelnen Stücke wider. Damit boten Stephan und Co. ein audio-visuelles Feuerwerk, das man sonst nur von den ganz großen Bands erwartet.

Bereits mit dem genialen Opener „Weight Of The World“ kletterte die Stimmung auf den Siedepunkt. Beständig angeheizt wurde sie von weiteren Krachern wie „Asleep Or Awake“. Noch euphorischer aber feierte das Publikum aber die alten Songs wie „Ashes To Ahes“ und „Non-stop Violence“, die weitaus Dancefloor-lastiger sind. Das unerwartete Bekenntnis des Gitarrenbands-liebenden Aschaffenburgs ist ein großes Kompliment an die Norweger. Viel besser kann ein Konzert nicht sein.

Apoptygma Berzerk im Web:

Apoptygma Berzerk

The APB-Office

Diskographie:

1991: Victims of Mutilation (Demo Tape)

1993: Soli Deo Gloria

1996: 7

1998: APBL 98

1998: The Apopcalyptic Manifesto

2000: Welcome To Earth

2001: APBL2000 (live)

2002: Harmonizer

2003: The Singles Collection

2005: You And Me Against The World

2006: Sonic Diary

2007: Unicorn EP & The Harmonizer DVD

2009: Rocket Science

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