Pink verwandelt Festhalle in Zirkus

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Ihre Auftritte jedoch sind ein absolutes Ereignis: Bühne frei für einen rauschenden Circus Maximus in der Frankfurter Festhallen-Arena.

Frankfurt - Die neuen Singles von Alecia Beth Moore alias Pink rattern gnadenlos im Radio rauf und runter – ihre Musik ist Pop-Mainstream. Ihre Auftritte jedoch sind ein absolutes Ereignis: Bühne frei für einen rauschenden Circus Maximus in der Frankfurter Festhallen-Arena. Von Achim Lederle

Pink spielt zum Auftakt ihrer „Funhouse“-Herbsttournee alle ihre Hits, von „Stupid Girls“ über „Get the Party Started“ bis zu „So What“. Die Songs kommen zu Beginn in der Festhalle wie direkt aus dem Radio: Solide Ohrwürmer, sofortige Wiedererkennung garantiert. Die Musik ist allerdings (fast) Nebensache: Die Hauptakteurin lässt sich nach einer „Highway To Hell“-Video-Einstimmung mit Federboa bekleidet am Seil aus dem Untergrund der Bühnenverlängerung ziehen, um dann auf der rummelplatzartigen Theaterbühne mit zwei Riesenrutschen zum Entertainment-Feuerwerk durchzustarten.

Das Pink-Konzert in Bildern:

Pink verwandelt Frankfurter Festhalle in „Funhouse“

Da wirbeln Tänzer und aufgeblasene Riesenpuppen, da gibt es ruhige Balletteinlagen, da wird Hochseilartistik am Trapez geboten, da lässt sich Pink auf dem knallroten Sofa verführen und von vielen Männerhänden begrabschen, um kurz danach im Finale einer Kissenschlacht bei „So What“ einen Vertreter des „starken Geschlechts“ am Bett festzubinden und mit ihren High Heels zum Tritt in die empfindlichste Stelle des Mannes auszuholen – Schnitt, Dunkelheit. Die Abrechnung mit ihren Ex Carey Hart, dem sie angeblich den Song gewidmet hat, kann sich jeder selbst ausmalen.

Pink setzt sich lieber mit ihren Sängerinnen und Gitarrist Justin Derrico ins Publikum und startet den ruhigen Mittelteil ihres Konzerts, bei dem sie zeigt, dass sie auch gesanglich mehr kann als Mainstream. Von „Family Portrait“ über die neue Single „IDon‘t Believe You“ bis zum Bush-kritischen „Dear Mr. President“: Pinks Stimme schafft Atmosphäre. Der Zirkus geht weiter: Jetzt hängt sich die 30-Jährige selbst ans Trapez, singt kopfüber „Sober“ und bringt dann in voller Länge den Queen-Klassiker „Bohemian Rhapsody“.

Ohne jede Peinlichkeit passt dieser Song hervorragend zum Pinkschen Theaterdonner, der seinen Höhepunkt mit einer Pirouetten-Vorführung der Künstlerin am Trapez erreicht. Danach folgt mit „Glitter In The Air“ der Abgesang mit Ballett-Einlagen in der Luft. Vorhang zu!

Getragen von Dynamik einer Frau, die live alles gibt

Was bleibt, ist Staunen über die Wucht einer Show, die in ihrer Qualität viele kommerzielle Musicals in den Schatten stellt. Sie wird getragen von der Dynamik einer Frau, die live alles gibt und damit so authentisch ist wie nur wenige Mainstream-Künstler.

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