Vergnügliche Reise durch Musikepoche

Nahtlos passte diese Orgelwochen-Aufführung zu den hochkarätigen Offenbacher Kammerkonzerten der letzten Zeit. Dekanatskirchenmusiker Tobias Koriath machte in der Markuskirche aus der Not eine Tugend – die Bornefeldorgel wird restauriert – und setzte sich ans Orgelpositiv, um mit dem Frankfurter Streichertrio Sine nomine auf vergnügliche Reise durch die Mozart-Zeit zu gehen. Von Reinhold Gries

So mit drei Epistel-Sonaten von Wolfgang Amadeus für zwei Violinen, Orgel und Violoncello – der ausgesparte Kontrabass förderte das Federnde. Der Sonate in C-Dur KV 328 merkte man die Herkunft aus italienischen Kompositionen an, stark von der Polyphonie beeinflusst. An der singenden Geigenstimme der Japanerin Nobuko Yamaguchi hörte man jedoch den Aufbruch in melodieseligen galanten Stil.

In perfektem Stimmengeflecht mit der Chinesin Hongxia Cui kam es zu herrlichen Dialogen, fundiert durch den Cellisten Philipp Bosbach vom Frankfurter Museumsorchester. In Mozarts Kirchensonaten F-Dur KV 224 und D-Dur KV 144 imponierte Koriath mit Orgelspiel, das sich nie aufdrängte. Drei- und vierstimmige Akkorde doppelten die Violinen zu bis zu acht Stimmen, seine Läufe setzten virtuose Kontraste.

Mancher glaubte den frühen Mozart zu hören

Wie nah Mozart seinem Vorbild war, zeigte Joseph Haydns Divertimento F-Dur für Orgel, zwei Violinen und Violoncello. Die Zerstreuung war im rasanten Allegro, im tänzerischen Menuett wie im Trio wörtlich zu nehmen. Da konnten die reizenden Flötenregister der Truhenorgel mal die Oberstimme übernehmen. Noch süffiger geriet Luigi Boccherinis Streichtrio op. 54 für zwei Violinen und Violoncello. Meisterhaft gestaltete das Ensemble Rhythmus und Sanglichkeit, gepaart mit Grazie und Eleganz. Die sanfte Melancholie war so fein schattiert, dass mancher glaubte, den frühen Mozart zu hören.

Dieser war fasziniert von Johann Christian Bach, dem Londoner Bach. Die Streicher kosteten den gefällig-empfindsamen Stil im Trio 5 F-Dur aus, ließen im Menuett das Hundewetter vergessen. Selbst die Mozart wie Haydn nachgestrickte Komposition des Straßburger Kirchenmusikers Ignaz Pleyel machten die Geigerinnen zum Genuss. Dem Allegro wie dem Andantino und den Walzertakten des Duos op. 8 konnten die Zuhörer viel abgewinnen!

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