Voller Demut, Hingabe an Jesus und Schlichtheit

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Unermüdlich für eine positive Sicht der Dinge kämpfen seit 1981 die nach ihrem Gründer Bob Jackson benannten Singers.

Frankfurt - Um die Welt in eine bessere zu verwandeln, braucht es Geduld und Zuversicht. Tugenden, die dem Einzelnen harte Opfer abverlangen und nicht jedem innewohnen. Unermüdlich für eine positive Sicht der Dinge kämpfen seit 1981 die nach ihrem Gründer Bob Jackson benannten Singers. Von Ferdinand Rathke

Seit mehr als einer Dekade gastieren die sechs Frauen und drei Männer, seit 2002 unter Chorleiter Fitzroy Burroughs, zum Jahresausklang mit Freude am Missionieren im ausverkauften Mozartsaal der Frankfurter Alten Oper – mit anhaltendem Erfolg.

„A Merry Gospel Christmas“ lautet das diesjährige Credo des von den Worten des Allmächtigen beseelten Chors aus Mitgliedern fast aller Altersklassen. Zur Überalterung neigt das zahlreich erschienene Auditorium: Bis auf den einen oder anderen von den Eltern mitgebrachten Sprössling befinden sich die Besucher in jenem reiferen Alter, das vor 40 Jahren den Aufstieg von Deutschlands Antwort auf den Jesus- und Gospel-Boom in Form der multikulturellen Les Humphries Singers noch aus erster Hand miterlebt hat.

Nicht fehlen dürfen Gospel-Gassenhauer

So poppig bunt, schräg und schrill geht es bei den Jackson Singers nicht zu. Sparsam begleitet von E-Bass, Schlagzeug und Flügel, preist die im ersten Teil in blauen Überwürfen, nach der Pause schwarz gekleidete Truppe eine Existenz in Demut, Hingabe und Schlichtheit. Als ständiger Begleiter willkommen ist Jesus, Freund in allen Lebenslagen. Fand doch durch tägliche Kommunikation mit Gottes Sohn bereits Ex-US-Präsident George W. Bush sein Seelenheil und ward von Süchten kuriert.

Mit Inbrunst künden die Jackson Singers von wunderbarer Weihnachtszeit. Doch echte Christmas Carols wie „Silver Bells“ oder „Come All Ye Faithfull“ finden sich wenige im ausladenden Repertoire. Nicht fehlen dürfen bei dem intensiven Spektakel dagegen Gospel-Gassenhauer mit einem Bekanntheitsgrad zwischen Heino und Roy Black: „Amazing Grace“, vom britischen Sklavenhalter John Newton nach seiner Erleuchtung, künftig vom Menschenhandel die Finger zu lassen, komponiert, entlockt den Besuchern in seinem erhabenen Glanz ein kollektives „Ah“.

Nicht ohne Regung nimmt das Publikum „Silent Night“, besser als „Stille Nacht“ ein Begriff, als Zugabe in Empfang. Freilich nachdem zwei Stunden lang in unnachahmlichen Klassikern wie „People Get Ready“, „I Surrender“ und „Don’t Let Anybody Turn Round“ Gefühl Trumpf war. Zu diesem Zeitpunkt ist längst jedes Chormitglied als Solist, im Duett oder in der Gruppe zum Zug gekommen.

Für das feierliche Finale kommt allerdings nur eine Hymne in Frage: „Oh, Happy Day“ führt mit ungeheurem Optimismus zurück in die harsche Wirklichkeit. Bei den dramatischen Schuldenbergen, die es in den kommenden Jahren zu bewältigen gilt, ein schier unversiegbarer Quell purer Freude...

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