Voller Energie

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Passenderweise ist es ausgerechnet der Gitarrist, der im Offenbacher Hafen 2 häufig als zusätzlicher Schlagwerker an die Trommel wechselt.

Offenbach - DID sind der Besetzung nach eine ganz gewöhnliche Gitarrenband. Doch der Schlagzeuger spielt bei dem aus dem norditalienischen Turin stammenden Quartett eine Rolle, die hinter der Gitarre nicht zurücksteht. Von Stefan Michalzik

Passenderweise ist es ausgerechnet der Gitarrist, der im Offenbacher Hafen 2 häufig als zusätzlicher Schlagwerker an die Trommel wechselt. DID beziehen sich auf die Ära des New Wave, jene Phase um 1980 herum, die auf den Flächenbrand des Punk folgte und in der plötzlich wieder alles möglich erschien. Auf gewisse Weise handelt es sich bei den gelegentlich mit pulsierenden Samples grundierten Stücken um Artrock, freilich ohne jene Prätention, die dem Genre eigen gewesen ist.

Die afrikanische Trommelmusik ist ein prägendes Stilelement. Diese Einbindung von Ethno-Elementen in eine harsche Rockrhythmik haben in den 80er Jahren die Talking Heads vorgemacht. Die Musik greift immer wieder in verschiedene Richtungen aus und bildet gleichwohl ein in sich geschlossenes Ganzes. Mitunter pluckert sie technoid, dann wieder erinnert die Gitarre an die Noise-Avantgarde.

DID, die sich kurz vor ihrem Auftritt mit weißen Hemden uniformierten, ansonsten aber die Show meiden, beziehen sich, wie viele Bands derzeit, deutlich auf eine bestimmte Phase einer vergangenen Musikentwicklung. Mit deren Stilmitteln jonglieren sie sehr gekonnt. Als blankes Epigonentum braucht man diese überwältigend energiereiche Musik nicht abzutun: Das ist Retro auf der Höhe seiner Möglichkeiten. Dergestalt macht das Warten auf die nächste popmusikalische Revolution Freude!

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