Wärmender Soul

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Verströmten im Burggraben gute Laune: Stefan Gwildis und Begleiter.

Dreieich - Der Himmel hängt tiefgrau und regenschwer über Dreieichenhain – kein Openair-Wetter. Doch kurz nach 20 Uhr sieht die Welt ganz anders aus. Von Maren Cornils

Deutschlands Soulstimme Nummer eins, Stefan Gwildis, steht auf der Bühne, das mehrheitlich regenfest gewandete Publikum klatscht rhythmisch, die vorsorglich mitgebrachten Wolldecken verschwinden in den Taschen. Der braun gebrannte Sunnyboy begann den Abend gleich mit „Allem Anschein nach bist Du‘s“, einer Adaption des unübertroffenen Bill-Withers-Klassikers „Ain’t No Sunshine“. Eine Herausforderung, die Gwildis mit Bravour meistert.

Instrumentale Begleitung hat Gwildis für den ausdrucksstarken Song nicht nötig. Ganz entspannt singt und swingt sich Gwildis über jede stimmliche Hürde, deutet hier eine Trompeteneinlage an, dort das Zupfen einer Gitarrensaite und reißt das Publikum auf diese Weise mit.

Noch besser in Form zeigt sich der gebürtige Hamburger bei einem Dankeschön an das trotz Nieselregen zahlreich erschienene Publikum. Den Text für „Das find ich gut so“ scheint er kurzerhand auf der Bühne verfasst zu haben, kommen darin doch nicht nur der aktuelle „Tatort“, sondern auch zwei leere Plätze in Reihe zwei vor.

Gute-Laune-Titel dürfen nicht fehlen

Im Trio mit Mirko Michalzik (Gitarre) und Hagen Kuhr (Cello), präsentiert Gwildis, der sich mittlerweile ebenfalls eine Gitarre geschnappt hat, Gute-Laune-Titel wie „Heut ist der Tag“, „(Nie wieder) Dänemark“ oder „Mama mag ihn“. Und auch das „Wunderschöne Grau“ darf nicht fehlen.

„Halleluja, Brüder und Schwestern“, mit diesem Satz in pastoralem Gospel-Ton leitet ein extrem gut aufgelegter Gwildis jeden neuen Song ein, fordert sein Publikum zum Mitmachen auf. Schon in der ersten Hälfte des Programms ist das Publikum begeistert, in der zweiten schlicht hingerissen von dem sympathischen Vollblutmusiker, seinem musikalischen Repertoire und seiner stimmlichen Bandbreite, zumal deutsche Bearbeitungen von Evergreens wie „You Can Leave Your Hat On“ oder „Walking In Memphis“ nicht fehlen.

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