Ein wahres Wechselbad der Gefühle

Wer mit leiser Schmusemusik gerechnet hatte, den riss Sängerin Maria Mena ziemlich laut aus seinen Träumen. Mit ihrem neuen Album „Cause And Effect“ tourt die 23-Jährige durch Deutschland und machte auch Station in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Und es war keins dieser sterilen, durchgeplanten Konzerte, wie man sie von einigen großen Künstlern kennt – eher wie die Begegnung mit einer guten Freundin.

Vielleicht war es der Klang ihrer Stimme, der den Funken sofort überspringen ließ. Vielleicht war es aber auch ihre gnadenlose Offenheit. Schon mit dem ersten von 19 Songs bewies die Norwegerin, dass mehr in ihr steckt als die gefühlvolle Balladen-Sängerin. Kraftvoll und rockig weckte sie mit „Cause And Effect“ das Publikum. Überhaupt erlebten die Zuhörer in der nicht ausverkauften Halle eine neue Maria Mena – flippig und laut präsentierte sich die junge Künstlerin, deren Songs im CD-Player eher ruhig und melancholisch wirken. Im Zusammenspiel mit ihrer Band klingen die aber wie neu abgemischt.

Präsentiert werden fast alle Songs der Platte, unter anderem die Uptempo-Nummer „Power Trip Ballad“, das Mut machende „All This Time“, das traurige „Eye Sore“ oder „I’m In Love“, ein Lied für alle Verliebten. Ihr wohl bekanntestes Stück „Just Hold Me“ durfte nicht fehlen.

Das Publikum durchlebte ein wahres Wechselbad der Gefühle – Balladen wechselten mit Rock, Pop oder Country. Mal melancholisch, mal eindringlich, mal sexy. Und genau das machte den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Fans hörten Ausschnitte einer Lebensgeschichte, charmant und witzig durch kleine, persönliche Zwischenmoderationen verknüpft. Gnadenlos ehrlich sang Maria Mena von der Trennung ihrer Eltern, sprach von ihrer Essstörung oder gescheiterten Liebesbeziehungen. Dabei sorgte ihre einzigartige Stimme 90 Minuten lang für Gänsehaut pur. SABINE SIMON

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