Weltenferner Feenzauber

Was für eine Erscheinung: Wie die Fee aus dem Märchen! Die zerbrechliche Gestalt der als Dear Euphoria auftretenden Schwedin Elina Johansson ist geeignet, an den männlichen Beschützerinstinkt zu appellieren.  Von Stefan Michalzik

Ein wallendes weißes Kleid machte das Bild beim Auftritt im Offenbacher Hafen2 komplett. Der Abend begann dann auch gleich mit einem Glockenspiel. Aber nichts gegen Dear Euphoria. Ganz im Gegenteil.Dear Melancholia wäre freilich passender. Elina Johansson ist eine Sängerin der Herzensdinge. Über der Welt ihres lyrischen Ichs schweben selbst im Moment des höchsten Glücks noch düster bedrohliche Wolken: Da wird die Zerbrechlichkeit der Liebe beschworen.

Es sind Ausgeburten eines Strebens nach ungebrochener Schönheit, die Elina Johansson mit ihrer kunstvoll zittrigen, verhauchten Altstimme singt. Viele der Stücke sind im Grunde Klavierlieder, begleitet von Violine, elektrifiziertem Bass und einem Schlagwerker. Die Besetzung ist klein – ein Quartett mit Johansson an den Keyboards. Der Klang wuchert bis zu orchestralen Dimensionen.

Elina Johansson ist eine hochtalentierte Songwriterin. Ihre Lieder vermögen zu berühren. In einer ihrer Ansagen tat sie kund, nicht zu wissen, wo Offenbach überhaupt liegt. Dass Frankfurt nicht weit ist, dürfte ihr wohl irgendjemand gesagt haben. Was lernen wir daraus? Nimm keiner Elfe die Mär von ihrer Weltenferne ab. Es mag ja noch nicht einmal ein fauler Zauber sein, den sie verbreitet. Doch es ist eben ein Zauber – eine selbstinszenatorische Kunstwelt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare