Abschiedskonzert von Bernhard Seelbach

„Wie schön ist doch Musik“

Offenbach - Mit einem festlichen Abschiedskonzert im Büsingpalais setzte Bernhard Seelbach einen Schlusspunkt unter seine 48-jährige Wirkungszeit bei der Concordia Bieber. Von Eva Schumann

Als der verdiente Diplom-Kapellmeister schließlich freudestrahlend, vom dreistündigen Dirigat offenbar kein bisschen ermüdet, seine Dankesworte sprach und Rosen ins Publikum warf, mochte niemand glauben, dass man ihn nicht auch weiterhin noch an irgendeinem Chordirigentenpult erleben werde. Dafür spräche schon die Wahl des Mottos „Wie schön ist doch Musik“. Und davon war eine Vielfalt geboten, vom Opernfach bis zu internationaler Musik aus Film, Show und Musical.

Im Mittelpunkt standen natürlich seine Concordia-Sänger. Für den Männerchor, das einzige große Ensemble im Kreis Offenbach mit dieser selten gewordenen Besetzung, hatte Seelbach lauter Paradestücke ausgewählt. Der Chor meisterte alle stilistischen Herausforderungen, ob feierlich getragen, wie in den Priesterchören aus der „Zauberflöte“ und dem Pilgerchor aus dem „Tannhäuser“, oder schneidig wie beim Matrosenchor aus dem „Fliegenden Holländer“. Auch bei pathetischer Filmmusik und Folk untermalte er wohlklingend die Soli.

Befreundete Stars eingeladen

Als Solisten hatte Seelbach befreundete Stars eingeladen. Gern begrüßte man die hier wohlbekannte Judith Berning, geborene Reichenbach, die derzeit als freischaffende Konzert- und Opernsängerin in Aachen wirkt. Anrührend interpretierte die Mezzosopranistin die Leonora-Partie in Arien und Szenen aus „Die Macht des Schicksals“. Ebenfalls eindrucksvoll brillierte sie als verruchte Carmen mit der Habanera.

Gail Gilmore hat ebenfalls ihre Laufbahn in Hessen begonnen. Die Amerikanerin verkörperte die Rollen der Eboli aus „Don Carlos“ und der Dalila aus „Samson und Dalila“ mit Temperament und überwältigenden stimmlichen Dimensionen. Aus Finnland, wo Seelbach schon konzertiert hat, stammt Kalevali Olli. Sein tiefschwarzer Bariton war unter anderem in einer Arie des Fiesco aus „Simone Boccanegra“ zu hören. Der vielseitige Musiker hatte die Arrangements für die Stücke des zweiten Konzert-Teils komponiert. Nicht das erste Mal war die Neue Philharmonie Frankfurt Partnerin eines lokalen Chors und gab dem Konzert den letzten Schliff.

Mit einem „Grande Finale“ ging es schließlich „Around the World“. Seelbach animierte das Publikum zum Mitsingen. Er erhielt immer wieder tobenden Beifall und standing ovations. Schluss-Stein einer Karriere? Nein, Maestro, nur ein vorläufiges Finale!

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