Wiederkehr einer Legende

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Kyuss-Sänger John Garcia

Die Wüste bebt. Und das noch immer, obwohl der Auslöser des Bebens längst Geschichte, längst Legende ist. Vor gut 15 Jahren hat sich die epochale Desert-Rock-Band Kyuss aufgelöst. Geblieben ist ein Genre mit unzähligen Ableger- und Nachahmer-Bands, die aber doch nie dem Original nahekamen. Von Christian Riethmüller

Blieb also nur eine Wiedervereinigung der Legende und die ist nun tatsächlich zur Freude aller Stoner-Rock-Fans zu 75 Prozent vollzogen. Sänger John Garcia hat sich wieder mit Bassist Nick Oliveri und Schlagzeuger Brant Bjork zusammengetan und mit Bruno Fevery auch noch einen Gitarristen an Bord geholt, mit dem er im vergangenen Jahr bereits ein Kyuss-Programm gespielt hatte.

Unter dem Namen Kyuss Lives war die Band nun auf einer komplett ausverkauften Deutschland-Tour zu erleben, die sie auch in die rappelvolle Hugenottenhalle in Neu-Isenburg führte. Dort - wie überall - galt das Augenmerk natürlich zuerst Fevery, der ja nicht nur irgendeinen Gitarristen, sondern eben mit Josh Homme den personifizierten Kyuss-Sound zu ersetzen hatte. Wie schon beim „Garcia plays Kyuss-Projekt“ gefiel Fevery auch diesmal wieder dadurch, dass er nicht den basslastigen Erdbeben-Sound Hommes kopierte, sondern die Riffs in seinem eigenen, eher in Richtung harten Blues-Rock tendierenden Stil spielte.

Mancher Song flotter als das Original

Das klang mitunter etwas leichtfüßiger, was wohl auch Oliveri und Bjork auf Trab brachte, die manchen Song wie etwa „Hurricane“ flotter als im Original spielten (bei dessen Studioaufnahme gehörten sie damals freilich nicht mehr zur Band). Garcia kam da auch etwas ins Schlingern, weil er das nachfolgende „Thumb“, bei dem er keine hohe Lage richtig traf, in den Sand setzte.

Ansonsten war der etwas aus dem Leim gegangene Garcia während des anderthalbstündigen Konzerts aber sehr ordentlich bei Stimme und trug damit zum Eindruck bei, dass Kyuss Lives nicht etwa die späte Ernte für eine einflussreiche, aber damals kommerziell erfolglose Band einholen soll, sondern der Beginn für eine neue Freundschaft sein könnte.

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