Festival im Amphitheater

Woodstock in Hanau: Mythos auf der Spur

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Joe Cockers elektrisierender Auftritt in Bethel zählt zu den unvergesslichen Momenten des Woodstock-Festivals.

Hanau - Achim Dürr, Crossover-Solist der Neuen Philharmonie Frankfurt, bringt im Sommer ein großes Woodstock-Festival auf die Bühne des Hanauer Amphitheaters. Mit dabei sind prominente Künstler aus der Region. Von Detlef Kinsler

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde der 40. Geburtstag des legendären Woodstock-Festivals gefeiert. Für den Hanauer Achim Dürr bedurfte es jedoch nicht eines solchen Anstoßes, seinen lang gehegten Wunsch einer „Woodstock – The Love & Peace Revue“ umzusetzen. Außer, dass er diese Idee „schon länger im Bauch“ hatte wie sich der Sänger, Schlagzeuger und Leiter beim Musical „We Will Rock You“ ausdrückt. John Sebastians Zeilen „I dreamed we all were allright, happy in a land of Oz“ gingen Dürr nicht mehr aus Kopf. „Ich bin morgens damit aufgewacht und abends damit eingeschlafen.“

Grund genug, endlich den Mut zu fassen und sämtliche organisatorischen und finanziellen Zweifel hinten an zu stellen. In Dirk Eisermann, dem Geschäftsführer der Neuen Philharmonie Frankfurt, für dessen Orchester Dürr auch singt und der als langjähriger Mitarbeiter der Konzertagentur Shooter Promotions das Amphitheater in Hanau bespielt, fand er einen engagierten Mitstreiter. So wird am 27. Juli 2013 Hanau zu Bethel, Schloss Philippsruhe zu Max Yasgurs Farm und die besten Musiker der Region schlüpfen in die Rollen der berühmten Protagonisten von 1969.

Achim Dürr geht es dabei auch um den Mythos Woodstock, „eine Zeit, die viele Geschichten, tolle Musik und Stücke hat, die Santana, Joe Cocker und The Who noch heute spielen“. Bei allen nostalgischen Gefühlen, die dabei aufkommen. „Wir werden nicht nur die Lieder runterspielen, chronologisch die LPs abarbeiten“, betont Dürr. Radiomann Volker Rebell, ein Kind der Zeit, wird als Geschichtenerzähler fungieren, die Musical Family Hanau hier und da szenisch eingreifen. Comedian Olaf Mill kommentieren und über Leinwände werden auch Szenen aus dem Vietnam-Krieg eingespielt. Denn auch das gehört untrennbar zu dieser Ära, deren Spirit man hier auf der Spur ist.

„Welche Songs also charakterisieren die Zeit?“, fragte sich Dürr, hörte sich in seinem Umfeld um und stellte fest: „Jeder Zweite sagte spontan ,San Francisco’, auch wenn Scott McKenzie in Woodstock gar nicht dabei war.“ So suchte man für die Drei-Stunden-Show auch weitere Stücke von Nicht-Woodstock-Teilnehmern aus, die zum Thema passen.

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„Was ich auch faszinierend fand, war die Bandbreite an Musik, die in Woodstock gespielt wurde“, schwärmt Dürr. „Selbst der Jazz war mit Blood, Sweat & Tears vertreten.“ Und so hat er seine gut 20-köpfige Band mit Topsolisten wie Ali Neander, Ralf Hübner und Christian Felke (der auch den Bläsersatz zusammenstellte) besetzt und die Vokalisten Vanda Guzman, George Liszt, Peter Osterwold, Jessica Born und Danny June Smith geben wahlweise den Rock-Shouter, die Soul-Diva, die Blues-Röhre oder die Country-Lady.

Das verspricht ein unterhaltsames Spektakel. Worauf die Besucher in Hanau gut verzichten können an diesem hoffentlich lauen Sommerabend, sind Regen, Schlamm und ein Verkehrschaos. Was aber wunderbar zu den Klängen von Arlo Guthrie, Richie Havens, Jimi Hendrix oder Sly & The Family Stone passt, ist der Hippiepark mit Verkaufsständen rund ums Amphitheater. Auch ein Trommelkurs wäre denkbar. „Oder T-Shirts batiken“, lacht Dürr. „Und man kann die Gunst der Stunde nutzen, sich noch mal in die alten Klamotten zu schmeißen.“ Wenn sie noch passen.

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