Zwei Hits gehören zu ihr

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Marianne Rosenberg, ganz Diva in roter Robe.

Offenbach - Es soll Menschen geben, die von Marianne Rosenberg nur zwei Lieder hören wollen. Auf ihrem neuen Album „Regenrhythmus“ finden sich beide. So kann das Publikum im Offenbacher Capitol Wetten abschließen, wann ihre größten Erfolge erklingen. Von Markus Terharn

Um es vorwegzunehmen: „Marleen“ kommt an vierter Stelle, und der Blick in den Saal zeigt nur glücklich gelöste Gesichter. „Er gehört zu mir“ bildet den Abschluss des offiziellen Teils, begeistert mitgesungen und beklatscht.

Für schlichte Selbstzitate ist sich die Künstlerin indes zu schade. Ehrensache, dass alles Alte neu abgemischt ist, anders phrasiert wird, so dass mitunter gerade mal die Melodie erkennbar bleibt. Warum, das erklärt sie in einem anderen Stück: „Ich bin nicht mehr, wie ich früher war.“ Darin mag, wer will, ein Programm der 56-Jährigen erkennen, die seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne steht, die sich immer wieder wandelt und die ihrem Stil doch treu geblieben ist.

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Viel Show bietet Rosenberg nicht. Erst in roter Robe mit Fransenärmeln, dann elegant in Schwarz tänzelt sie im schummrigen lila-roten Licht zwei Schritte vor und zwei zurück, zwei nach links und zwei nach rechts. Mehr lassen die Elf-Zentimeter-Absätze ihrer Tangoschuhe wohl nicht zu. Dazu den blonden Scheitel aus der glatten Stirn gestrichen und artig Ansagen gemacht: „Hallo, guten Abend, Offenbach!“

Aber ihre Stimme ist voll da. Und ihre Themen sind geblieben, vor allem die Liebe. „Meine Seele fliegt mit dir“ heißt es in „Und wenn ich sing“, einem der aktuellen Songs. Dazu lässt es sich prima abheben. Das melancholische „Dämonen und Wunder“ offenbart eingängige Qualitäten. „Rette mich durch die Nacht“ beweist Hitpotenzial. Da hätte man früher Feuerzeuge hochgehalten.

Und da sind die Reminiszenzen an vergangene Jahrzehnte. Etwa an die so gern geschmähten 80er, denen Extrabreit-Sänger Kai Havaii entstammt. Er lieferte den Text zu „Der Mann vom Kartell“, den Rosenberg peppig in Noten gesetzt hat. Jünger ist die Band Wir sind Helden, von der sie „Die Ballade von Wolfgang und Brigitte“ covert; „eine schöne Geschichte“, befindet eine Besucherin.

Ja, Marianne Rosenberg lässt andere Musiker neben sich gelten. Namentlich den Mann links neben ihr, Dirk Riegner, der das Material komponiert und arrangiert hat, dessen Keyboardbegleitung mitunter freilich etwas aufdringlich wirkt. Und den zu ihrer Rechten, Multigitarrist Mickey Meinert, der sich nicht in den Vordergrund schiebt. Nicht zuletzt sie sorgen dafür, dass es ein Abend aus einem Guss ist. Der mit zweimal acht Liedern und zwei Zugaben symmetrisch aufgebaut ist – und die Fans nach fast zwei Stunden mit einem Ohrwurm heimschickt.

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