Zwischen den Welten

Festival Frankfurter Positionen im Januar

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Die Musiker des Reigakusha Ensembles aus Tokio präsentieren beim Festival die traditionelle japanische Zeremonial- und Hofmusik Gagaku aus dem 7. bis 9. Jahrhundert.

Frankfurt - Unter dem Thema „Ausgeschlossen. Brüche zwischen den Welten“ bietet die siebte Auflage des von der BHF-Bank-Stiftung initiierten Festivals „Frankfurter Positionen“ im Januar neun Ur- und Erstaufführungen. Von Christian Riethmüller

„Wir wollen zeigen, dass es in Frankfurt nicht nur viel Kultur gibt, sondern diese auch Position bezieht“. Mit diesen Worten beschreibt Dietmar Schmid, Vorstand der BHF-Bank-Stiftung, das Credo des seit dem Jahr 2001 alle zwei Jahre veranstalteten Festivals „Frankfurter Positionen“. Die Stiftung vergibt zu diesem Zweck Werkaufträge an von unabhängigen Experten-Jurys ausgewählte Künstler aller Sparten. Die sollen mit ihren Arbeiten Positionen zum gesellschaftlichen Wandel beziehen.

Das Thema des nächsten Festivals, das von Donnerstag, 22. Januar, bis Sonntag, 1. Februar, veranstaltet wird, lautet „Ausgeschlossen. Brüche zwischen den Welten“. Es will über die unterschiedlichen Formen der Ausgrenzung von Menschen und Menschengruppen kritisch reflektieren und möglicherweise aufzeigen, wie die Brüche zwischen den Welten überwunden werden könnten. Solcher Erkenntnisgewinn ist mitunter nur über ungewöhnliche Kunstformate zu erzielen, die im üblichen Kulturbetrieb sonst nicht unbedingt die Chance auf Verwirklichung haben, weshalb die BHF-Bank-Stiftung bei den „Frankfurter Positionen“ Wert auf die Förderung der Entwicklung freier, neuer Produktionsformen legt. Fast 120 Theaterautoren, Komponisten, bildende Künstler, Choreographen und Filmemacher sind seit 2001 in den Genuss dieser Förderung gekommen.

Welch ungewöhnliche Produktionen bei dieser Positionsbestimmung entstehen können, zeigt schon der Blick ins Programmheft des nun anstehenden Festivals, das von der Stiftung mit 500.000 Euro unterstützt wird. Zum Auftakt am 22. Januar etwa musizieren das zeitgenössischer Musik verpflichtete Ensemble Modern und das der traditionellen japanischen Zeremonialmusik Gagaku verschriebenen Reigakusha Ensemble aus Tokio zusammen im Frankfurt LAB in der Schmidtstraße. In Uraufführung erklingen dort Kompositionen des Norwegers Lars Petter Hagen sowie des Flamen Fréderic D’haene, in denen beide Kulturen koexistieren und Unterschiede durch den Fluss der Musik überwunden werden sollen.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Das Konzert ist eine von neun Uraufführungen und Erstpräsentationen, zu denenam 31. Januar etwa auch das Spektakel „Batucada“ gehört, eine Choreographie des Brasilianers Marcelo Evelin. Desweiteren werden drei neue Stücke der Theaterautoren Roland Schimmelpfenning, Dea Loher und Falk Richter sowie zwei Performances von Daniel Kötter und Hannes Seidl, sowie von Markus&Markus uraufgeführt. Das Symposium „Ausgeschlossen. Berichte von verdeckten Wirklichkeiten“ des Instituts für Sozialforschung am 31. Januar im Frankfurt LAB sowie die ab 29. Januar zu sehende Ausstellung „Flow my tears, the policeman said“ des ägyptischen Künstlers Hassan Khan im MMK 3 (Altes Zollamt) runden das Programm ab.

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