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Stellenoffensive: 4800 neue Jobs bei der Bahn in Hessen

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Von: Peter Schulte-Holtey, Angelika Dürbaum

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Frankfurt – Der Bahn-Konzern verliert in den nächsten 15 Jahren die Hälfte seiner Belegschaft. Daher schmeißt das Unternehmen jetzt die „Jobmaschine“ an und kündigt zudem eine Ausbildungsinitiative an.

Allein im Bundesland Hessen werden in diesem Jahr 4800 neue Mitarbeiter gesucht – unter anderem 280 Lokführer, 150 Fahrdienstleiter, 430 Instandhalter und 210 Servicekräfte, aber auch IT-Kräfte. Mehr als die Hälfte der ausgeschriebenen Stellen sollen jene Angestellte ersetzen, die das Unternehmen verlassen oder in Ruhestand gehen.

Vor allem an den Knotenpunkten, etwa in Frankfurt, werde die Zahl der Mitarbeiter aber deutlich wachsen, teilte die Bahn gestern mit. „Einstellungen in diesem Umfang sind enorm, noch dazu auf dem aktuell sehr umkämpften Arbeitsmarkt“, erläuterte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Er rührte zugleich kräftig die Werbetrommel in eigener Sache: Schließlich habe man durch die jüngsten Tarifabschlüsse attraktive Beschäftigungsbedingungen geschaffen, betonte Seiler.

Man setze dabei sowohl auf Auszubildende als auch auf Quereinsteiger und Berufserfahrene. Das Unternehmen erhöhe dafür seine Ausbildungskapazitäten um ein Drittel. Die Bahn ist bereits heute einer der größten Ausbilder des Landes.

Laut Bahn sollen die neuen Mitarbeiter „an neuralgischen Punkten im Eisenbahnsystem helfen, die Qualität für die Kunden zu verbessern“. Neben mehr Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur seien auch mehr Mitarbeiter ein Schlüssel zum Erfolg der „Agenda für eine bessere Bahn“, erklärte Seiler. Mitte Januar hatte das Unternehmen bereits angekündigt, zur Verbesserung von Qualität und Pünktlichkeit bundesweit in diesem Jahr 22.000 neue Mitarbeiter einzustellen – 9000 mehr als ursprünglich geplant.

In letzter Zeit gab es massive Kritik an der Bahn vor allem wegen unpünktlicher Züge und schlechtem Service. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zitierte die Bahnspitze im Januar binnen zwei Wochen zu drei Krisentreffen nach Berlin. Konkrete Beschlüsse gab es nicht, der Minister betonte aber, das Treffen habe „viele gute Ideen“ gebracht. Wie hoch der zusätzliche Finanzbedarf des Staatskonzerns ist und wie dieser gedeckt werden soll, ließ er offen.

Hoffnungsschimmer gibt es immerhin: Laut Bahn hat sie im vergangenen Jahr ihr Ziel erreicht, rund 4200 neue Mitarbeiter in Hessen (bundesweit waren es 24.000) zu rekrutieren – unter anderem bei Castings an Bahnhöfen und in Zügen. (ad/psh)

Azubi-Castings auf Bahnhöfen

Die Mitarbeiter-Suche erfolgt laut Angaben der Bahn bei Casting-Terminen auf Bahnhöfen und in Zügen. Stärken und Motivation der Kandidaten sollen vor allem in persönlichen Gesprächen festgestellt werden, hieß es. Vertreter aus den verschiedenen Fachbereichen der Bahn stehen dabei als Gesprächspartner bereit. Mit VR-Brillen würden den Interessierten die verschiedenen Berufe hautnah nähergebracht. Wer als Auszubildender bei der Bahn anfangen will, braucht seit dem vergangenen Jahr kein Abschreiben mehr, so will man es den Bewerbern einfacher machen. Im März gibt es ein spezielles Azubi-Casting im Frankfurter Hauptbahnhof: am 13. März von 15 bis 19 Uhr auf Gleis 1A. Eine kurze Anmeldung auf der Bahn-Homepage ist nötig.

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