Unter den besten Abgängern der Nell-Breuning-Schule ist nur ein Mann

Abi-Elite ist überwiegend weiblich

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Oberstufenleiterin Barbara Kühnl (links), Rektorin Christine Döbert (2. von links) und Erster Stadtrat Jörg Rotter (rechts) ehrten die erfolgreichsten Abiturientinnen Diana Granz (1,0), Maren Neele Döll (1,0), Stella Hitzel, Sarah Damm (beide 1,1), Rieke Keller, Alina Schrod, Melanie Westermann und Jana Schwarz (1,5) sowie den Abiturienten Liam Glenn Norman Grunsky (1,1).

Ober-Roden - Zwei glatte Einser-Absolventinnen, ein Gesamtnotdurchschnitt von 2,32 und 75 Zeugnisse: Das sind die wichtigsten Zahlen des Abiturjahrgangs 2018, den die Nell-Breuning-Schule verabschiedete.

Festlich, aber keineswegs steif wurde es in der Kulturhalle am Donnerstagnachmittag, als die Abiturienten der Nell-Breuning-Schule (NBS) 72 Reifezeugnisse und drei Zeugnisse der Fachhochschulreife ausgehändigt bekamen. Die Leistungen sind wieder gut: Der Gesamtnotenschnitt liegt bei 2,32. Allen voran steht Diana Granz, die das beste Abitur mit der Note 1,0 und 842 Punkten schaffte. Direkt folgte ihr Maren Neele Döll mit ebenso 1,0 und 826 Punkten. Ebenfalls über 800 Punkten und damit bei einer Durchschnittsnote von 1,1 liegen Stella Hitzel und Sarah Damm sowie der einzige junge Mann unter den neun Besten, Liam Glenn Norman Grunsky. Über einen Schnitt von 1,5 freuen sich Rieke Keller, Jana Schwarz, Melanie Westermann und Alina Schrod.

Rektorin Christine Döbert, Oberstufenleiterin Barbara Kühnl, die Tutoren der Fachgebiete und Erster Stadtrat Jörg Rotter zeichneten zahlreiche Schüler aus den Fächern Physik, Chemie und Mathematik sowie für besondere Sprachzertifikate aus. Allen voran stand das „europäische Excellenz-Label“ von CertiLingua: „Eine Auszeichnung auch für unsere Schule, zumal von den 38 in Hessen Ausgezeichneten fünf Schüler der NBS sind“, sagte Barbara Kühnl. Erstmalig vergab auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau eine Auszeichnung für besondere Leistungen im Fach Religion.

Wichtig ist heutzutage jedoch nicht nur der Abschluss, sondern lebenslanges Lernen, und so bemühte die Rektorin in ihrer Rede auch einen leicht variierten Wilhelm Busch: „Lernen kann man, Gott sei Dank, aber auch sein Leben lang!“ Sie betonte: „Wir haben Ihnen gerade als Europaschule eine objektive Grundhaltung mitgegeben – bewahren Sie sich diese und tragen Sie sie weiter. Bewahrt euch diese Offenheit und verteidigt sie.“ Das sei leider in Gesamteuropa nicht mehr selbstverständlich, „doch ich bin optimistisch und sehe viele von euch dabei!“

Abschlussfeier der Nell-Breuning-Schule in Ober-Roden: Bilder

Für die Tutoren dieses Jahrgangs ging Prof. Dr. Philipp Wolf auf die derzeitige Bildungskrise ein: „In Deutschland hat sich eine Kultur der Unbildung gebildet.“ Daran seien neben „den Medien“ vor allem kompetenzorientierte Unterrichtsmethoden mit möglichst schneller Anwendbarkeit schuld. Statt der grundlegenden Bildung, die alles hinterfragt und nach den Ursachen und Ursprüngen sucht, wird mehr eine Reproduktion von Wissen gelehrt. „Doch Bildung heißt tatsächlich nicht Ausbildung.“ Wolf löste das Dilemma auf mit Vers 16 des Evangelisten Matthäus: „Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten. Das trifft zwar nicht immer zu, aber es kann zutreffen!“

Weit weniger philosophisch, dafür mit sehr viel Humor und vielen vagen Andeutungen und geradezu ansteckend positiv schilderte Marc Rosenberg im Namen der Abiturienten seine drei Jahre an der NBS: „Die meisten von uns haben ihre gesamte Jugend, ihre Teenager-Zeit hier zusammen erlebt. Wir schließen jetzt diese Tür und stehen in einem riesigen Raum voller Möglichkeiten. Doch ich sehe das positiv. Das ist ähnlich wie bei meinem Abitur: Keiner weiß wie, aber wir schaffen das!“ Für Traurigkeit gab"s auch noch keinen Anlass: Schließlich stand nach diesem Tag der Zeugnis-Überreichung noch der große Abiball gestern Abend bevor. (chz)

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