Wissen, Werte, Kraft

Akademische Feier für 92 Einhard-Gymnasiasten

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Die besten Schüler wurde bei der Feier ausgezeichnet.

Seligenstadt - Weißes Hemd und schwarzes Jacket beziehungsweise High Heels sind angemessen, dachten sich viele der frisch gebackenen Abiturientinnen und Abiturienten, die gestern Vormittag zur Zeugnisübergabe in die Großsporthalle neben der Einhardschule gekommen waren. Von Sabine Müller 

Bei der Akademischen Feier gab es viele Glückwünsche – es wurden aber auch Erwartungen geäußert. Von den 92 Gymnasiasten, die im Schuljahr 2015/16 zur Prüfung angetreten waren, hatten 89 bestanden. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,53 – besser als in den Vorjahren; 20 Schüler haben eine Eins vor dem Komma. Vor Übergabe der Abiturzeugnisse standen Ansprachen und Grußworte sowie ein Rahmenprogramm, das mit „Everybody Needs Somebody“ den Auftakt machte. Die Bigband unter Leitung von Benedikt Berker hatte eine temporeiche Blues Brothers-Revue einstudiert. Dann erklärte Schulleiter Dieter Herr: „Wir sind stolz auf das, was Sie mit uns gemeinsam, aber in erster Linie für sich selbst erreicht haben.“ Das lateinische Wort abire bedeute „weggehen, hinter sich lassen“, wobei „jeder einmal eingeschlagene Weg auch die Möglichkeit zur Umkehr und Neuorientierung“ biete. „Sie gehören zu den Menschen, die aufgrund ihres Intellekts Veränderungen bewirken und Neues entstehen lassen können“, sagte der Direktor und nannte drei Antriebsquellen: die Kraft der Wertschätzung und Freundschaft, neben Wissen auch Werte, sowie die Liebe zu dem, was man tut.

Julia Sulzmann und Eleftherios Bethmage blickten mit launigen Worte auf ihre nun zurück liegende Schulzeit.

Er könne gut mitfühlen, wie den junge Leuten jetzt nach Wochen von Druck und Anspannung zumute sei, meinte Gratulant Dr. Daniell Bastian. Der Seligenstädter Bürgermeister machte vor 21 Jahren selbst Abitur an der Einhardschule und riet heute: „Versuchen Sie herauszufinden, was Sie für gut und richtig halten – und geben Sie nicht so schnell auf.“ Er sehe die Zukunft der Abiturienten in einem demokratischen Land mit materiellem Wohlstand positiv und wünsche sich Engagement: „Unser Gemeinwesen braucht Sie!“

Die Sprecherin der Tutoren, Gabriele Stüber, wollte den jungen Menschen die Angst davor nehmen, in einer Leistungsgesellschaft nicht bestehen zu können. Dieser Stress berge die Chance, sich selbst Ziele zu setzen, was impliziere auch „nein“ zu sagen. Dabei wirkten die Vertreter der Abiturienten selbst ganz entspannt: Julia Sulzmann und Eleftherios Bethmage skizzierten in launigen Worten, dass sie in den vergangenen zwölf Jahren mehr gelernt haben als Prosecco-Flaschen zu öffnen – etwa Teamwork und auch mit Menschen umzugehen, die einem zugeteilt werden. Die Schulelternbeiratsvorsitzende Michaela Eckstein erinnerte, dass Kinder Wurzeln und Flügel brauchen, durch die Unterstützung der Eltern und Lehrer sei ein stabiles Fundament entstanden. „Muße und Kreativität“ wünschte der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Norbert Gassel, den Schulabgängern. „Sie werden in ein paar Jahren zu jenen gehören, die Fragen beantworten müssen, die heute noch gar nicht gestellt sind.“

Akademische Feier an der Einhardschule: Bilder

Nach einer szenischen Präsentation der DS-Kurse Q2, entstanden während der Theatertage, wurden die drei Jahrgangsbesten geehrt: Eleftherios Bethmage (Note 1,0) vom Lions-Club Seligenstadt, Daniela Völp (1,0) vom Förderverein sowie Alexandre Herold (1,3) von Buchhändlerin Bettina Haenitsch. Auszeichnungen gab es auch für besondere Leistungen im geisteswissenschaftlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und für besonders Engagement in der Schülervertretung.

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